Casa Batllo – das Haus der Knochen von Antonio Gaudi

ausdrucksstark und expressionistisch

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Fast jede Metropole hat einige Künstler und andere Prominente hervorgebracht, die untrennbar mit der Stadt verbunden werden. Wenn der berühmteste Sohn einer Stadt aber kein Musiker oder Schauspieler, sondern ein Architekt ist, gilt das noch immer als außergewöhnlich. Doch wer würde in Barcelona schon Gewöhnliches erwarten? Die Stadt ist jedenfalls mit Fug und Recht stolz auf ihren großen Architekten Antonio Gaudi. Dessen berühmtestes Bauwerk ist freilich die Sagrada Família – doch er hat noch andere großartige Ideen umgesetzt. Eine davon ist in Form der Casa Batlló zu besichtigen. Ein Besuch im „Haus der Knochen“ lohnt sich und er sollte bei jedem Barcelonafan ganz oben auf der Agenda stehen.


Die Geschichte der Casa Batlló

Barcelona war schon immer eine sehr kreative Stadt. Daher war es kein besonderes Ereignis, als in den Jahren 1898 bis 1906 drei Architekten beauftragt wurden, auf dem Passeig de Gracia drei nebeneinanderliegende Häuser im Stil des Modernismus zu errichten. Über diese Vorgaben hinaus wurde den Architekten dabei recht freie Hand gelassen und das Ergebnis ist noch heute in aller Pracht zu bestaunen. Die Casa Batlló wurde von Antonio Gaudí entworfen und ist das eindrucksvollste dieser drei Häuser. Tatsächlich entstand der Bau bereits zwischen 1875 und 1877, wurde aber Jahre später von Gaudí im Auftrag des Hausbesitzers Josep Batlló i Casanovas umfassend umgestaltet. Von Anfang an war eine Nutzung als Wohngebäude vorgesehen und noch heute befinden sich in der Casa Batlló einige bewohnte Appartements.


Was gibt es zu sehen?

Architektonisch ist dieses Gebäude „ein echter Gaudí“. Bereits auf den ersten Blick erkennt man die geschwungenen, von der Natur inspirierten Formen, die den großen Künstler so berühmt gemacht haben. Allerdings wirkt die Casa Batlló von außen eher finster und bedrohlich und hat kaum etwas von der Leichtigkeit eines Parc Guell oder der Sagrada Família. Diese Düsternis ist aber nicht dem Baustil der Modernisme geschuldet, sondern liegt an der Message des Gebäudes: Mit etwas Fantasie wird die Geschichte des Heiligen Georg ersichtlich, der ja auch als Schutzpatron Kataloniens gilt. Die Legende des Drachentöters wurde hier quasi in Stein gemeißelt respektive in Stein gemauert.

Die Fassade des Hauses besteht aus Sandstein, das mit bunten Mosaiken behängt wurde. Gerade Linien und rechte Winkel wurden so weit wie möglich vermieden – typisch Gaudí eben. Hier wird auch klar, weshalb die Casa Batlló auch als „Haus der Knochen“ gilt: Die Balkone und Geländer erinnern an Knochen und Schädelteile, die einem Lindwurm gehören könnten. Ähnlich verhält es sich mit dem Dach, dessen schuppige Optik an die Haut eines Drachen erinnert. Ein kleiner Turm mit Kreuz schließlich symbolisiert das Schwert des Heiligen Georg.

Casa Batllo Drache Dach

Natürlich kann das Gebäude nicht nur von außen betrachtet, sondern auch von innen besichtigt werden. Und von hier aus wirkt die Casa Batlló gar nicht mehr bedrohlich: Auch hier vermied Gaudí es sehr geschickt, zu viele rechte Winkel und gerade Linien zu verbauen und ließ sich wieder einmal von der Natur inspirieren. Das Ergebnis besteht hier aus sehr viel Licht, schwungvollen Arkaden und einem frei im Raum schwebenden Aufzug – und der wurde installiert, lange bevor diese Bauform in unserer heutigen Zeit an Popularität gewinnen konnte.

Grundlage der Konzeption…

…war der Baustil des Modernisme, der als katalanisches Äquivalent zum deutschen Jugendstil gilt. Mit dem Aufkommen dieser neuen Bauform galt die zuvor vorherrschende, rein funktionale Industriearchitektur als verpönt. Stattdessen besann man sich nun auf geschwungene Formen und Farben im Sinne von „Bewegung“ und „Natürlichkeit“. Das „Katalanische Gewölbe“ mit seinen freitragenden Bogenkonstruktionen aus gebrannten Ziegeln ist ein typisches Beispiel dieser Architekturschule. Auch dekorative Keramikelemente, die vor allem natürliche Elemente wie Pflanzen und Tiere zeigten, schmückten seit der Zeit des Modernisme immer mehr Bauwerke in Katalonien. Auch die öffentlich zugängliche Dachterrasse zeigt zahlreiche dieser Elemente, wodurch man sich fast in eine Miniatur des Parc Guell versetzt fühlen kann.

Casa Batllo Fassade Barcelona


Was sind die “Magischen Nächte”?

Apropos Dachterrasse: Im Sommer wird die Dachterrasse Abend für Abend zu einer ganz besonderen Cocktail-Bar. Hier lässt sich der Sonnenuntergang ganz ohne Schattenwurf der umliegenden Gebäude genießen. Dazu gibt es Live-Musik, die von einer ganz besonderen Light Show untermalt wird und ein sehr entspanntes Miteinander der Besucher. Nachts im oder besser auf dem Museum kann es so schön sein … Antonio Gaudí hätte dem sicher zugestimmt.


Ticket – Preisübersicht

Auf der Website der Casa Batlló kannst Du die Tickets für die „Magischen Nächte“ auf der Dachterrasse erwerben.

  • Eintritt in die Casa Batlló inklusive Videoguide – ohne Wartezeit: 23,50 €
  • Eintritt in die Casa Batlló inklusive Hop on Hop off Bus: 46,00 €
  • Eintritt mit der Barcelona iVenture Card*: kostenlos

Öffnungszeiten der Casa Batlló

Im Gegensatz zu den meisten Museen in Deutschland ist in Barcelona nicht etwa um 17:00 Uhr Feierabend: In der Casa Batlló geht es am Abend erst so richtig los. Das Haus ist bis 21:00 Uhr zu besichtigen, die Dachterrasse bleibt noch länger geöffnet. Da es sich eben nur um eine Terrasse, nicht jedoch um einen großen Biergarten handelt, tummeln sich hier natürlich gerade in den Ferienzeiten zahlreiche Gäste. Es ist also sinnvoll, rechtzeitig Karten für das Abendprogramm der Casa Batlló vorzubestellen. Dann kann man sich auch die Warteschlange vor dem Eingang sparen und die Zeit lieber für die Besichtigung nutzen.

Wer am liebsten tagsüber in die Casa Batlló gehen, aber keine Karten vorbestellen kann oder möchte, sollte sich am besten gleich morgens dort einfinden. Geöffnet ist das Haus ab 09:00 Uhr und zu dieser Zeit ist die Wartezeit vor dem Eingang erfahrungsgemäß recht kurz.

  • täglich von 09:00 – 21:00 Uhr
Casa Batllo - Stoßzeiten
Casa Batllo – Stoßzeiten

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Casa Batlló

Nicht jedes innerstädtische Kulturdenkmal besitzt eine eigene Postanschrift. Die Casa Batlló allerdings schon: Du findest sie am Passeig de Gràcia 43, rund 500 Meter von der Plaça de Catalunya entfernt. Du kannst also bis dort die Metro nehmen und anschließend einen kleinen Spaziergang machen, noch dichter dran ist allerdings die Metrostation Passeig de Gràcia. Diese wird von den Linien L2, L3 und L4 in schneller Taktung angefahren. Und selbstverständlich halten auch die Hop-on-Hop-off-Busse* in unmittelbarer Nähe der Casa Batlló.


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Adresse: 08007 Barcelona – Passeig de Gràcia, 43
Web: https://www.casabatllo.es/de/


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