Das Montserrat Gebirge mit Kloster und Panorama Ausblick

Bequem von Barcelona mit Auto, Bus und Bahn zu erreichen

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Montserrat Berg

Wer an Katalonien denkt, verbindet die Region fast automatisch mit dem Mittelmeer. Und tatsächlich spielt sich hier sehr vieles an der Küste ab: Die Hauptstadt liegt direkt am Wasser, genauso wie die beliebtesten Urlaubsorte. Entsprechend schwerer tut sich das Hinterland, Einheimische wie Touristen anzulocken.

Es braucht dafür schon ganz besondere Attraktionen – und der Berg Montserrat mit seinem Benediktinerkloster ist eine solche. Mit seiner Lage im Nordwesten Barcelonas, rund 45 Kilometer entfernt, stellt er sogar für Tagesausflüge ein interessantes Ziel dar.

Dass bereits die Anfahrt über eine gut ausgebaute, aber äußerst kurvenreiche Straße äußerst spannend ist, nimmt dem 1.236 Meter hohen Montserrat freilich nichts von seinem Charme. Im Gegenteil: So wird die Vorfreude zusätzlich beflügelt. Inmitten eines schönen Naturparks wartet der Berg nur darauf, von interessierten Besuchern entdeckt zu werden.


Geschichte des Montserrat

Bereits aus vorchristlicher Zeit ist eine religiöse Bedeutung des Berges bekannt: Damals errichteten die Römer einen Tempel zur Verehrung der Venus auf dem Montserrat. Die Christen entdeckten den Berg spätestens im Jahr 888, denn aus diesem Jahr stammt die erste urkundliche Erwähnung eines Klosters an dieser Stelle. Damals entschieden sich Einsiedlermönche, künftig auf dem Montserrat zu leben. Es handelte sich aber vorerst nur um eine sehr kleine Anlage, die dann im Jahr 1025 deutlich erweitert wurde. Einen ersten Boom löste die im 12. Jahrhundert gefundene schwarze Madonna aus – durch sie wurde der Montserrat endgültig zum Wallfahrtsort. Seither werden der schwarzen Madonna unzählige Wunderdinge zugesprochen – daher zieht es bis heute scharenweise Pilger auf den Berg.

Die Basilika des Klosters, in der die schwarze Madonna aufbewahrt wird, wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Ab dieser Zeit sind auch zahlreiche berühmte Persönlichkeiten bekannt, die zum Montserrat pilgerten: Kolumbus, Cervantes, Papst Benedikt XIII., Humboldt, oder König Fernando und Königin Isabella sind nur einige Namen aus einer schier endlosen Liste. Kolumbus muss durch seinen Besuch derart beeindruckt gewesen sein, dass er eine auf seiner zweiten Reise 1493 entdeckte Antilleninsel Montserrat nannte.

Auch aus jüngerer Vergangenheit gibt es interessante Fakten über das Kloster zu berichten. So stand es in vorderer Front des Widerstands gegen die Franco-Diktatur. Hier sprach man nicht nur, trotz ausdrücklichem Verbot, weiterhin Katalanisch und las Messen in der eigenen Sprache, hier gewährte man auch verfolgten Regime-Gegnern Unterschlupf. Im Verlauf dieser Zeit mussten mehr als 20 Mönche ihren Widerstand mit dem Leben bezahlen. Kein Wunder also, dass das Kloster Montserrat bis heute eine Art Nationalheiligtum der Katalanen darstellt.


Was gibt es zu sehen?

Kloster Montserrat

Kloster Montserrat

Zugegeben, architektonisch kann sich das Kloster nicht mit den zahlreichen Prachtbauten in Katalonien messen. Die Kulisse indes ist unschlagbar, denn der Berg Montserrat lässt sich natürlich nicht an eine andere Stelle verpflanzen. Aktuell leben etwa 80 Mönche im Kloster.

Ein Großteil der Besucher reist vor allem aufgrund der Statue der schwarzen Madonna, die als Schutzheilige Kataloniens gilt, ins Kloster Montserrat. Sie thront über dem Hochaltar der Basilika des Klosters. Der Name der Statue rührt daher, dass sich Gesicht und Hände im Laufe der Jahrhunderte schwarz verfärbt haben.

Pilger glauben fest daran, dass die Berührung der Statue Glück und Gesundheit bringt und kinderlosen Frauen ihren bisher unerfüllten Kinderwunsch wahr werden lässt. Fast das ganze Jahr hindurch bildet sich vor der Statue eine 100 Meter lange Menschenschlange. Geduldig warten die Pilger bis zu 3 Stunden, bis sie die Statue erreicht haben.

Zu Ehren der schwarzen Madonna werden täglich kirchliche Gesänge angestimmt: Entweder singen die Chorknaben der Klosterschule oder die Mönche selbst. Ein weiteres Ziel im Kloster ist das Museum, in welchem du Werke bedeutender Künstler wie Monet, Giordano, el Greco oder Dalí bewundern kannst. Außerdem gibt es in diesem Museum zahlreiche liturgische und archäologische Exponate. Besonders stolz ist das Kloster auf seine Bibliothek mit mehr als 200.000 Bänden, unter denen sich auch Sammlungen mittelalterlicher Lieder befinden.

Und da ein gesunder Geist nicht ohne einen gesunden Körper funktioniert, kannst du im Kloster auch ein recht gutes und preisgünstiges Restaurant finden.

Webhttp://www.abadiamontserrat.cat/

Seilbahn zum Montserrat (Funicular Aeri de Montserrat)

Dass der Montserrat schon in früheren Zeiten ein beliebtes Ziel gewesen ist, erkennst du an der Infrastruktur. Bereits 1930 wurde die Seilbahn auf den Montserrat eingeweiht, die mit einer Geschwindigkeit von 5 Metern pro Sekunde eine Strecke von 1.350 Metern zurücklegt. Von der Kabine der Seilbahn aus hast du einen wunderbaren Blick auf die Landschaft und kannst zudem den monumentalen Rosenkranz bewundern. Schön ist, dass die Seilbahn direkt per Pkw erreichbar ist. Der an der Talstation befindliche Parkplatz kann kostenlos genutzt werden.

Webhttps://www.aeridemontserrat.com/

Standseilbahnen (Funicular de Sant Joan – Funicular de la Santa Cova)

Neben der „normalen“ Seilbahn gibt es noch zwei Standseilbahnen auf dem Montserrat. Der Funicular de Sant Joan wurde bereits 1918 errichtet und 1926 auf eine breitere Spur umgebaut. Schon damals wurden Personenwagen mit größerer Kapazität benötigt, daher war diese Maßnahme unumgänglich. Seit 1997 verkehren auf der erneut modernisierten Strecke Panoramawagen mit durchsichtigem Dach.

Die 503 Meter lange Strecke, die einen Höhenunterschied von 248 Metern erreicht, bringt das Kloster Montserrat und die auf dem Berg liegenden christlichen Stätten und Aussichtspunkte einander näher. Der Steigungswinkel erreicht bis zu 65%, womit die Bahn die steilste Standseilbahn von ganz Spanien ist.

Der Funicular de Santa Cova hingegen verbindet das Kloster Montserrat in einer kontinuierlichen Kurve mit der Talstation. Über einen Bergweg lässt sich von dort aus der monumentale Rosenkranz („Rosari Monumental de Montserrat“) sowie die heilige Höhle erreichen, in der die Madonnenstatue einst gefunden wurde.

Webhttp://www.cremallerademontserrat.cat/

Museum of Montserrat

Museum of Montserrat

Das Museum des Klosters ist seit dessen Restaurierung im Jahr 1844 mehr oder weniger durch Zufall entstanden: Überwiegend private Stifter spendeten dem Kloster bedeutende Werke verschiedenster Künstler. Anstatt die Kunst durch Verkauf zu schnellem Geld zu machen, entschied man sich allerdings lieber für die öffentliche Ausstellung. Die verschiedenen Sammlungen, aus denen das Museum gebildet wurde, werden seit 1996 im selben Gebäude untergebracht. Neben der ständigen Ausstellung sind hier auch immer wieder Sonderausstellungen zu bestaunen.

Auch das Museumsgebäude selbst ist interessant. Entworfen wurde es im Jahr 1929 durch den Architekten Josep Puig i Cadafalch im Rahmen des architektonischen und urbanistischen Reformprojekts der Plätze des Klosters. Ein barrierefreier Zugang des Museums ist seit 2004 möglich.

Führungen werden für Gruppen und Schulklassen angeboten, zudem gibt es einen speziellen Audioguide. Beim Besuch der Ausstellung erlebst du übrigens so manche Überraschung. So ist das älteste Exponat ein ägyptischer Sarkophag aus dem 22. Jahrhundert vor Christus. Zusammen mit diesem werden auch andere Fundstücke aus Mesopotamien, Ägypten, Griechenland oder dem Heiligen Land ausgestellt.

Auch eine Sammlung byzantinischer und slawischer Ikonen würdest du hier kaum erwarten, oder? Die Ausstellung erfolgt hier wie in einer byzantinischen Kirche, in der das Licht eine zentrale Rolle spielt. Seit 2006 besitzt das MDM darüber hinaus eine neue Abteilung: Eine Sammlung mit 160 Ikonen byzantinischen und slawischen Ursprungs unter dem Titel Phos Hilaron (Heiteres Licht), die wie in einer östlichen Kirche ausgestellt werden, in der das Licht eine wichtige Rolle spielt.

Webhttp://www.museudemontserrat.com/


Aussichtspunkte

Das gesamte Bergmassiv bietet zahlreiche Aussichtspunkte, die du beim Wandern sicherlich oft auch zufällig entdeckst. Der wohl beliebteste Aussichtspunkt ist der Gipfel des Mont Sant Jeroni: Auf einer Höhe von 1236 Metern hast du einen tollen Blick über die umliegenden Berge und Täler. Aber auch nahe der Kapelle Santa Magdalena, die du über einen malerischen Wanderpfad erreichst, bietet dir ein herrliches Panorama. Schön ist, dass du fast immer die Wahl hast, ob du die Aussichtspunkte über eine längere Wanderung erreichen möchtest oder erst die Seilbahnen nutzt. Dann ist der restliche Weg nur noch ein kleiner Spaziergang.

Montserrat Ausssicht


Tickets & Preisübersicht

Kloster Montserrat

  • kostenlos

Museum of Montserrat

  • Eintritt für Erwachsene: 7,00 €
  • Eintritt für Kinder: 4,00 €

Funicular Aeri de Montserrat

  • Hin und Rückfahrt für Erwachsene: 10,30 €
  • Einfache Fahrt für Erwachsene: 7,00 €
  • Hin und Rückfahrt für Kinder: 5,50 €
  • Einfache Fahrt für Kinder: 3,30 €

Funicular de Sant Joan

  • Hin und Rückfahrt für Erwachsene: 12,50 €
  • Einfache Fahrt für Erwachsene: 8,10 €
  • Hin und Rückfahrt für Kinder: 6,85 €
  • Einfache Fahrt für Kinder: 4,45 €

Funicular de la Santa Cova

  • Hin und Rückfahrt für Erwachsene: 5,00 €
  • Einfache Fahrt für Erwachsene: 3,25 €
  • Hin und Rückfahrt für Kinder: 2,75 €
  • Einfache Fahrt für Kinder: 1,80 €

Betriebszeiten/Öffnungszeiten

Kloster Montserrat

  • täglich von 07:30 – 20:00 Uhr

Museum of Montserrat

  • täglich von 10:00 – 18:45 Uhr

Funicular Aeri de Montserrat

  • März bis Oktober täglich von 09:40 – 19:00 Uhr
  • November bis Februar von Montag bis Freitag 10:10 – 17:45 Uhr. Samstag und Sonntag von 09:40 – 18:15 Uhr

Funicular de Sant Joan & Funicular de la Santa Cova

  • täglich von 10:00 – 18:50 Uhr

Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?

Als eines der beliebtesten Ausflugsziele im Umland von Barcelona ist der Montserrat teilweise regelrecht überfüllt. Es empfiehlt sich daher, gleich am frühen Morgen anzureisen, bevor der Massenansturm beginnt. Das Kloster ist bereits ab 07:30 geöffnet und schließt erst um 20:00 Uhr. Tendenziell lohnt es sich, wenn du für einen Besuch auf dem Berg, ohne Anreise, wenigstens einen halben Tag einplanst. Wer noch wandern oder klettern will, braucht natürlich noch ein paar Stunden mehr Zeit.

Wann ist die beste Zeit, um den Montserrat zu besuchen?

Da der Berg einige hundert Meter höher liegt als Barcelona, ist das Klima hier ohnehin kühler. Im Winter sind frostige Temperaturen hier nicht unüblich. Daher sind die Monate Mai bis Oktober die ideale Zeit, um dem Montserrat zu besuchen.


Wandern & Klettern am Montserrat

Gibt es gute Wanderwege?

Der zerklüftete Berg ist eine der beliebtesten Wanderregionen Kataloniens. Daher gibt es im gesamten Naturpark zahlreiche gut befestigte und beschilderte Wanderwege. Immer wieder bietet sich dir dabei eine tolle Aussicht auf das Umland. Da du dich inmitten eines Naturparks befindest, bleibst du am besten auf den Wegen, um die empfindliche Vegetation nicht zu stören.

Montserrat Wandern Wanderwege

Klettern am Montserrat

Die Form des Berges macht es bereits deutlich: Am Montserrat hast du nicht nur die Chance, vorzüglich zu wandern, sondern auch hervorragend zu klettern. Spezielle Kletterrouten und Seilhänge sind ausgewiesen. Wildes Klettern abseits dieser Routen wird allerdings nicht gerne gesehen, denn immerhin befindest du dich hier in einem Naturpark, der unter besonderem Schutz steht.


Wo liegt der Montserrat?

Der Montserrat liegt nordwestlich von Barcelona in rund 45 Kilometern Entfernung. Obwohl sich der Berg im zerklüfteten Hinterland befindet, ist er recht gut zu erreichen. Es gibt sowohl eine gute Straßenverbindung für Auto und Bus als auch einen Bahnanschluss.

Wie kommst du zum Montserrat?

Mit dem Auto

Besonders beliebt ist die Anreise per Auto oder Motorrad. Denn schon unterwegs durchfährst du eine der schönsten Serpentinenstraßen Spaniens. Anfangs beginnt die Fahrt über die Autobahn A2, die du an der Abfahrt Martorell wieder verlässt. Ab dort geht es dann weiter über die Nationalstraße N II bis zur Abzweigung Montserrat. Übrigens ist der Montserrat, der zu deutsch „zersägter Berg“ heißt, bereits von der Autobahn aus gut zu erkennen.

Parkplätze befinden sich am Bahnhof Cremallera de Monistrol Vila oder unmittelbar am Kloster. Am Bahnhof ist die Chance, einen Parkplatz zu ergattern, grundsätzlich höher. Hier stehen immerhin 1.000 Parkplätze für Pkw sowie 70 Parkplätze für Busse zur Verfügung.

Mit dem Bus

Selbstverständlich werden von Barcelona aus auch Bustouren nach Montserrat* angeboten. Hier startest du ganz bequem im Stadtzentrum und weißt, dass alle Besichtigungen und Seilbahnfahrten bereits inkludiert sind.

Mit der Bahn

Auch die Bahnfahrt zum Montserrat ist spielend einfach. Du steigst an der Plaça Espanya einfach in den Zug der Linie R5 und verlässt diesen wieder an der Station Aeri de Montserrat. Dort kannst du direkt in die Seilbahn umsteigen. Alternativ verlässt du den Zug auch erst an der Station Monistrol de Montserrat, von wo aus es per Zahnradbahn den Berg hinauf geht. Ticketpreise für die Bahnen liegen, hin- und zurück, zwischen 8,45 € und 10,- € pro Erwachsenem.

Wie lässt sich der Montserrat auf eigene Faust erkunden?

Neben zahlreichen geführten Touren zum Montserrat gibt es auch Möglichkeiten, den Berg auf eigene Faust zu erkunden. Speziell dafür wurde ein Paket geschnürt, das als Ticket Tot Montserrat* zu bekommen ist. Darin enthalten ist das Metro- bzw. Bahnticket von der Plaça Espanya zum Montserrat und zurück, die Zahnrad- beziehungsweise Seilbahn, der Museumsbesuch und sogar ein Mittagessen im Restaurant des Klosters. Ganz unabhängig von anderen Besuchern kannst du dich frei auf dem Berg und in den dortigen Anlagen bewegen, ohne regelmäßig zur Kasse gebeten zu werden.



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Über Johannes 264 Artikel
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