Der Tibidabo Berg in Barcelona: Hausberg mit Freizeitpark, Kirche & Fernsehturm

Mit Panorama Aussicht auf ganz Barcelona und sogar bis zum Montserrat

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Tibidabo Berg Barcelona
Während man bei uns bereits südlich von Hannover die Norddeutsche Tiefebene erreicht, in der es bis zur Küste keine nennenswerten Erhebungen mehr gibt, sieht es in anderen Ländern völlig anders aus. In Katalonien etwa ist es ganz normal, dass die Gebirgszüge bis ans Meer heranreichen. Dass es mit dem Tibidabo auf der „Rückseite“ der Stadt also einen 521 Meter hohen Berg gibt, der eine tolle Aussicht auf die Stadt und die Umgebung ermöglicht, ist gar nicht mal so ungewöhnlich.

Der Tibidabo ist allerdings kein allein stehender Berg, sondern der höchste Gipfel der Collserola-Bergkette, die Barcelona im Nordwesten vom Hinterland trennt. An klaren Tagen hat man vom Tibidabo aus eine wunderbare Fernsicht bis zum Montserrat, was sich kein Besucher der Stadt entgehen lassen sollte. Doch nicht nur deswegen sind Tibidabo und die gesamte Serrra de Collserola ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische wie für Touristen.

Der Name des Tibidabo geht übrigens laut einer Legende auf eine Begegnung zwischen Jesus Christus und dem Teufel zurück. Als der Teufel Jesus in Versuchung führen wollte, sagte er demnach zu ihm: »Haec omnia tibi dabo si cadens adoraberis me«. In deutscher Übersetzung: »All dies will ich Dir geben, wenn du niederkniest und mich anbetest«.


Was gibt es zu sehen?

Parc d‘Atraccions Tibidabo

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Freizeitparks gibt es viele, doch nur die wenigsten darunter haben ein eigenes, unverwechselbares Gesicht. Der Freizeitpark auf dem Tibidabo beeindruckt nicht nur mit seiner spektakulären Lage, denn er ist quasi in den Steilhang des Berges eingearbeitet. Mit seinem Eröffnungsdatum am 29. Oktober 1901 ist der rund 7 Hektar große Park auch einer der Ältesten seiner Art. Zahlreiche Fahrgeschäfte stammen aus längst vergangener Zeit und versprühen daher einen recht altmodischen Charme. Natürlich wurden diese Attraktionen technisch lückenlos überprüft und, wo notwendig, auf einen zeitgemäßen Stand gebracht.

Nur einige wenige Fahrgeschäfte mit Adrenalinschub-Garantie sind als Zugeständnis an die heutige Zeit zu verstehen. Allgemein liegt der Fokus aber auf eher ruhigeren Attraktionen für die ganze Familie. Dazu zählen Karussells, Schaukeln, ein Spiegelkabinett, das Geisterschloss, die Piratenburg oder der Tibidabo Express mit dem Riesenrad Girabado. Ebenfalls spannend ist das im Park befindliche Automatenmuseum, wo man alte Spielautomaten, Musikboxen und Spielzeuge bewundern kann.

Und selbstverständlich dürfen sich Achterbahnfans die Muntanya Russa nicht entgehen lassen. Diese mag zwar in der Streckenführung nicht allzu spektakulär sein, durch die einmalige Hanglage und die Aussicht ist die Fahrt dennoch ein unvergessliches Erlebnis. Übrigens: Das „Flugzeug“, das in diesem Freizeitpark an einem fest montierten Gestell seine Runden über den Abgrund dreht, war in früheren Jahrzehnten für viele Menschen die einzige erschwingliche Möglichkeit, einmal in die Lüfte abzuheben.

Webhttps://www.tibidabo.cat/


Torre de Collserola

Torre de Collserola Fernsehturm Barcelona

Dieser Fernsehturm, der anlässlich der Olympischen Spiele im Jahr 1992 errichtet wurde, wird oft mit seinem Pendant auf dem Montjuic verwechselt. Allerdings besteht diese Verwechslungsgefahr nur so lange, bis man beide Türme gesehen hat. Während der Montjuic-Turm eher wie eine Skulptur wirkt und an einen Sportler erinnert, erkennt man bei diesem Turm ganz klar dessen Bestimmung. Geplant wurde der 268 Meter hohe Turm vom britischen Stararchitekten Sir Norman Foster, der schon damals mehr als nur ein funktionelles Monument schaffen wollte.

Eine Aussichtsplattform war von Anfang an mit geplant, wobei diese hier mit einem gläsernen Boden versehen wurde. Man darf sich also nicht nur auf eine Aussicht über die Stadt und das Meer oder ins Hinterland freuen, sondern auch auf den schwindelerregenden Blick nach unten.

Der Torre de Collserola ist an Wochenenden von der Bergstation der Zugseilbahn mit einem kleinen Touristenzug oder dem Bus der Linie 111 direkt zu erreichen. Man kann die 500 Meter lange Strecke von der Bergstation der Zugseilbahn aus aber auch gut zu Fuß zurücklegen. Besonders gefragt ist der Turm freilich an Tagen mit schönem Wetter und klarer Sicht. Gerade der Sonnenuntergang wirkt von hier oben aus noch spektakulärer.

Der Eintrittspreis in den Turm ist übrigens durchaus erschwinglich.

Webhttp://www.torredecollserola.com/


Temple Expiatori del Sagrat Cor

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Eigentlich hätte Barcelona es ja gar nicht nötig, andere Städte zu kopieren. Dennoch ist die auf dem Tibidabo befindliche Kirche Sagrat Cor der berühmten Pariser Kirche Sacre Coeur nachempfunden. Interessant ist dabei, dass sie neben der berühmten Basilika Sagrada Família eine weitere spektakuläre Kirche ist, die erst in jüngerer Vergangenheit errichtet wurde. Mit den Bauarbeiten des neugotischen Bauwerks wurde erst im Jahr 1902 begonnen, also recht kurz nach Eröffnung des Freizeitparks. Im Gegensatz zur Sagrada Família konnten die Bauarbeiten hier allerdings schon 1961 beendet werden. Gebaut wurde dabei in mehreren Etappen.

Zwar wird die Kirche Sagrat Cor wohl nie den Bekanntheitsgrad der Sagrada Família erreichen. Dennoch wirkt sie recht spektakulär. Insbesondere das Porzellandekor ist sehr beeindruckend. Der Eintritt in die Kirche ist kostenlos, während man bei der Fahrt mit dem Lift zur Aussichtsplattform unterhalb der Jesus-Statue mit 2 Euro pro Person dabei ist.

Webhttp://templotibidabo.es/


Mirablau Restaurant

Wer den Namen dieses Restaurants vernimmt, denkt sicher unweigerlich an die historische Straßenbahn Tramvia Blau. Und tatsächlich findet sich dieses Restaurant und Café an der Bergstation der Straßenbahn beziehungsweise unterhalb der Talstation der Zahnradbahn Funicular del Tibidabo. Bereits von hier aus hat man einen überwältigenden Ausblick über die Stadt. Aber auch das Lokal selbst gilt als eines der schönsten in ganz Barcelona. Während sich tagsüber vor allem Touristen im Mirablau Restaurant aufhalten, kommen gegen Abend zahlreiche Einheimische hinzu. Denn die hier befindliche Bar gilt als echter Szenetreff. Auch die Tanzfläche erfreut sich abends großer Beliebtheit. Das Mirablau ist übrigens auch in der VIP Nachttour* von Ticketbar enthalten.

Auf der Speisekarte des Lokals stehen übrigens hervorragende Tapas zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Man kann aber auch einfach nur einen Kaffee und die Aussicht genießen. Es lohnt sich übrigens, hier Plätze zu reservieren, denn das Lokal ist nicht übermäßig groß. Als Geheimtipp gilt hier übrigens der Cocktail „Daiquiri“.

Webhttp://www.mirablaubcn.com/


Tickets & Preisübersicht

Parc d‘Atraccions Tibidabo

  • Regulärer Eintritt: 28,50 €
  • Eintritt für Senioren: 9,00 €
  • Ermäßigter Eintritt: 5,60 €
  • Kinder unter 1,2 Meter: 10,30 €
  • Kinder unter 0,9 Meter: kostenlos

Torre de Collserola

  • Regulärer Eintritt: 5,60 €
  • Ermäßigter Eintritt: 3,30 €

Temple Expiatori del Sagrat Cor

  • Regulärer Eintritt: 3,50 €

Funicular de Tibidabo

  • Hin und Rückfahrt: 7,70 €

Aussichtspunkte – Panorama – Aussichtsplattform

Insgesamt bietet der Tibidabo zahlreiche Gelegenheiten, ein tolles Panorama zu genießen. Bereits an der Haltestelle des Tibidabo Funicular liegt eine Aussichtsplattform direkt beim Vergnügungspark. Der hat seinerseits nochmals einen 500 Meter langen Skywalk. Beliebt ist es auch, das Stadtpanorama von der Kirche aus zu genießen oder sich auf die Aussichtsplattform des Torre de Collserola zu begeben. Von hier aus sind Blicke bis zur Costa Brava und den Pyrenäen möglich, sofern das Wetter mitspielt.

Wie viel Zeit sollte ich für den Besuch einplanen?

Der Tibidabo eignet sich sowohl für einen Kurzbesuch als auch für einen längeren Aufenthalt. Die zahlreichen Attraktionen und das Panorama sind jedenfalls gute Gründe, hier oben mehrere Stunden Zeit zu verbringen. Von einer Stunde bis hin zu einem ganzen Tag ist also alles drin, je nach persönlichem Interesse. Der Besuch ist auch ohne Freizeitpark möglich.

Wann ist die beste Zeit, um den Tibidabo zu besuchen?

Auch dieser Punkt ist vom eigenen Interesse abhängig. Wer in den Vergnügungspark will, sollte die Öffnungszeiten im Blick haben und lieber etwas früher da sein, um nicht zu lange an der Kasse und den einzelnen Fahrgeschäften warten zu müssen. Die Aussicht hingegen lässt sich gegen Abend am besten genießen. Vor allem der Sonnenuntergang auf dem Tibidabo ist geradezu legendär.

Wer auf den Tibidabo wandern möchte, sollte dies am besten im Frühling oder im Herbst tun. Denn in diesen Zeiten ist es nicht ganz so heiß, dennoch erlebt man eine schöne Natur.
Selbstverständlich gibt es auch geführte Wandertouren auf den Tibidabo. Die Tour mit deutschsprachiger Führung kostet nur 16 Euro pro Person und beinhaltet auch den Besuch des Fernsehturms. Die Kosten für Metro, Zug und Zahnradbahn sind ebenfalls enthalten und das Angebot kann bis 3 Tage vor Beginn kostenlos storniert werden.


Betriebszeiten/Öffnungszeiten

Parc d‘Atraccions Tibidabo

  • März bis Oktober: Freitags, Samstags und an Feiertagen in der Regel von 11:00 – 22:00 Uhr
  • Juli und August: Zusätzlich von Dienstag bis Donnerstag geöffnet
  • Die genauen Uhrzeiten ändern sich teilweise je nach Tag. Bitte vor dem Besuch auf der Website des Tibidabo nachschauen.

Torre de Collserola

  • Je nach Monat von Mittwoch bis Sonntag von 12:00 – 13:45 Uhr und von 15:30 – 19:45 Uhr
  • Die genauen Uhrzeiten ändern sich teilweise je nach Tag. Bitte vor dem Besuch auf der Website des Torre de Collserola nachschauen.

Temple Expiatori del Sagrat Cor

  • täglich von 11:00 – 20:00 Uhr

Funicular de Tibidabo

  • Dienstag bis Freitag von 10:30 – 18:15 Uhr
  • Samstag bis Montag von 10:30 – 20:15 Uhr

Funicular de Tibidabo Barcelona


Wo liegt der Tibidabo in Barcelona

Der Tibidabo liegt im Nordwesten der Stadt und grenzt diese dort vom Hinterland ab.

Wie komme ich mit Verkehrsmitteln zum Tibidabo

Erst Metro, dann Tramvia Blau und Funicular de Tibidabo. Der Weg ist das Ziel. Jedenfalls passt diese Devise perfekt, wenn man auf den Tibidabo will:

Mit der U-Bahn der Linie L7 fährt man zuerst bis zur Endstation Avinguda del Tibidabo. Von dort erreicht man fußläufig die Talstation der historischen Straßenbahn Tramvia Blau. Lange Zeit handelte es sich bei der Tramvia Blau um die einzige Straßenbahn der Stadt – und heute ganz sicher um die Schönste. Mit dieser Bahn geht es bereits ein ganzes Stück den Berg hinauf, bevor man für das letzte Stück in die Standseilbahn umsteigt.

Wer ein Ticket für die Hop-on-Hop-off-Bustour* hat, bekommt die Fahrt mit der Tramvia Blau übrigens zum ermäßigten Preis.

Da die Tramvia Blau im Winter nur Freitag bis Sonntag fährt, kann die untere Teilstrecke auch mit dem Bus der Linie 196 zurückgelegt werden. Wer gut zu Fuß ist, kann aber auch einfach den Gleisen folgen und zu Fuß den Berg erklimmen.

Eine weitere Alternative ist der Tibibús, der regelmäßig aus der Stadt direkt auf den Tibidabo fährt, etwa von der Placa de Catalunya aus.

Theoretisch kann der Berg auch mit dem Auto über die Avinguda de Vallvidriera beziehungsweise die Carretera de Sant Cugat erreicht werden. Allerdings gibt es auf dem Tibidabo nicht allzu viele Parkplätze. Und Parkgebühren werden dort überall fällig.


Zu Fuß zum Tibidabo

Wer gerne wandert, kann den Tibidabo natürlich auch zu Fuß besteigen – und das muss nicht zwangsläufig von der Stadtseite aus erfolgen. Die Vorortzüge Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya fahren in weniger als einer halben Stunde von der Placa Catalunya aus auf die andere Seite der Serra de Collserola. Wer dort am Bahnhof Baixador de Vallvidrera aussteigt, wandert von dort durch eine wunderschöne Landschaft auf gut beschilderten Wegen bis auf den Tibidabo. Insgesamt sollte man für diese Tour etwa 6 Stunden einplanen.

Ein weiterer Wanderweg ist der Carretera de las Aguas, der sich vom Park Güell den Tibidabo hinaufwindet. Mit einer Strecke von rund 20 Kilometern ist der Aufstieg hier aber mehr als nur ein Spaziergang.



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Über Johannes 266 Artikel

Servus und Hallo! Johannes schreibt zusammen mit anderen Experten über Barcelona. Er ist seit vielen Jahren Fan von Barcelona und regelmäßig vor Ort. Wenn du Fragen hast oder dein Wissen mit uns teilen möchtest, schreib einen Kommentar oder klicke auf Kontakt.

2 Kommentare

  1. Hallo, wir sind im November (17.) mit AIDAin Barcelona. Wir möchten zu zweit gern vom Hafen auf den Tibidabo wegen der tollen Aussicht. Der Freizeitpark ist dabei nicht so wichtig für uns.

    Wie kommen wir dort am „schönsten“ hin? Ist trotzdem noch etwas geöffnet? Was kostetein Taxi vom Schiff dorthin?

    • Hallo Siegfried, ja auf den Berg könnt ihr ganzjährig. Den Freizeitpark braucht man nicht – das Panorama von da oben macht alles wieder weg. Ich denke ein Taxi sollte so ca. 15 Euro kosten. Der Berg ist aber auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar.

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