Sagrada Familia – Das Wahrzeichen von Barcelona

Besuche die Top Sehenswürdigkeit von Antonio Gaudi

Airbnb
Werbung
Sagrada Familia Barcelona

Wenngleich sich immer weniger Menschen einer Religion zugehörig fühlen, üben Kirchenbauten doch auf fast jeden eine große Faszination aus. Man muss kein Christ sein, um wenigstens eine Handvoll deutscher und europäischer Kirchen aufzählen zu können: den Kölner Dom, das Ulmer Münster, die Dresdner Frauenkirche, den Petersdom – und natürlich die Sagrada Família. Bei Letzterer, die eigentlich Basílica i Temple Expiatori de la Sagrada Família (zu deutsch: Sühnekirche der Heiligen Familie) heißt, ist zwar „nur“ eine Basilika und damit geringeren Ranges als ein Dom. Hinsichtlich ihrer Bekanntheit läuft diese Kirche aber manchem Dom den Rang ab, was nicht verwundert: Dank der spektakulären Baupläne des großartigen Architekten Antonio Gaudí entsteht hier ein Sakralbau, wie man ihn weltweit kein zweites Mal findet.


Ein Blick in die Geschichte der Sagrade Famíla

Da die Kirche bis zum heutigen Tage noch nicht fertig ist, haben sich natürlich zahlreiche Architekten mit dem Bau der Sagrada Família befasst. Die ursprünglichen Pläne stammen vom wohl berühmtesten Sohn der Stadt Barcelona, Antonio Gaudí. Freilich war ihm bewusst, welch gewaltiger Aufgabe er sich mit diesem Projekt zugewandt hat. Die Frage nach der geplanten Bauzeit beantwortete er jedoch lapidar mit einem Blick Richtung Himmel: „Mein Kunde hat keine Eile.“ Da Gaudís Pläne teilweise unvollständig waren und viele Pläne, Zeichnungen und Modelle im spanischen Bürgerkrieg zerstört wurden, musste vieles anhand von Fotos und Imagination rekonstruiert werden. Nach dem Krieg wurde der Bau im Jahr 1950 fortgesetzt, wobei im Laufe der folgenden Jahrzehnte die Architekten Francesc Quintana, Isidre Puig Boada und Lluís Gari federführend waren. Ihre wichtigste Frage lautete stets: Wie hätte Gaudí gedacht?

Man kann es leider nicht allen Recht machen

Allerdings wurde im Laufe der Jahrzehnte immer wieder Kritik am Bauvorhaben laut: Zahlreiche Architekten und selbsternannte Experten beklagten etwa im Jahre 2008 im Manifest „Gaudí – Alarmstufe Rot!“ die „zunehmende Vulgarisierung“ des Baus. Angeblich würden die beauftragten Architekten nicht im Sinne Gaudís arbeiten, sondern hätten nur die Zeit und den eigenen Profit im Sinn. Generell fehle es den Nachfolgern Gaudís an Fantasie und Originalität. Tatsächlich wurden derlei Protestnoten stets nur von einer Minderheit eingebracht, während sich die Mehrheit der Menschen auch von den jüngeren Baufortschritten begeistern lässt. Und eine Zeitmaschine wurde noch nicht erfunden, mit der man den großen Meister in das einundzwanzigste Jahrhundert katapultieren könnte.

Konkret geplant wurde der Bau dieser Kirche ab dem Jahr 1881, …

… tatsächlicher Baubeginn war dann am 19. März 1882 (Grundsteinlegung). Zu diesem Zeitpunkt war Gaudí noch nicht an Entwurf und Bau beteiligt. Seit damals wird an der Sagrada Família gebaut, allerdings mit teilweise mehrjährigen Unterbrechungen. Bis heute wird der Bau der Kirche ausschließlich mit Spenden und durch Eintrittsgelder finanziert. Eine konkrete, belastbare Summe für bisherige Baukosten kann nicht genannt werden, aktuell belaufen sich diese aber auf das jährliche Budget von rund 22 Millionen Euro. Entstehen dabei Überschüsse, weil vorhandenes Geld nicht „verbaut“ werden kann, werden diese gespendet.

Ein Blick in die Zukunft

Geplant ist, den Bau im Jahre 2026, dem hundertsten Todesjahr Gaudís, zu vollenden. Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, hängt natürlich auch von den eingehenden Spendengeldern ab. Aktuell sieht es aber nicht nach einem Versiegen des Geldstromes aus, denn der Bekanntheitsgrad (und damit die Beliebtheit) der Kirche steigt weiter.
Bereits bei der Grundsteinlegung wurde die Finanzierung über Spendengelder festgelegt, was einen konkreten Zeitplan für die Erbauung erschwerte. Dennoch würde sich auch Gaudí selbst nicht wundern, dass die Kirche noch unvollendet ist. Allerdings würde es ihn sehr freuen, dass sein Projekt bis in die heutige Zeit und wohl noch weit darüber hinaus vorangetrieben wird.


Baustil & Besonderheiten

Ursprünglich war geplant, die Sagrada Família im neukatalanischen Stil, also in einem neugotischen Stil zu errichten. Als Gaudís Vorgänger, der Architekt Francesc de Paula del Villar, den Grundstein legte, waren alle Pläne in diese Richtung ausgelegt. Erst durch Gaudís Einfluss entwickelte sich für die Kirche ein ganz eigener Baustil, der aus ganz unterschiedlichen Architekturschulen gespeist wird. Vorherrschende Baustile sind nun Modernisme und Moderne, wobei Gaudí selbst wohl nicht in solchen Kategorien gedacht hat. Er betrachtete die Natur stets als seine größte Lehrmeisterin und Einflüsse anderer Architekten oder bereits bestehender Gebäude konnten kaum in Gaudís Pläne für das Gotteshaus mit einfließen. Lediglich die Funktionalität durfte neben den „Vorgaben“ der Natur eine tragende Rolle spielen – zwangsweise.

Von außen …

wird das Kirchenschiff vor allem durch zwei gewaltige Schaufassaden geprägt, wie sie anderswo kaum zu finden sind. Die sogenannte Geburtsfassade richtet sich gen Nordosten und zeigt in figürlichen Darstellungen wichtige Details und Stationen von Christi Geburt und dessen Lebensweg. Neben der typischen Krippenszene findet man hier auch den Weg von Josef und Maria nach Bethlehem oder die Vorstellung des jugendlichen Jesus im Tempel. Drei Portale symbolisieren die christlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung. Diese Fassade wurde bereits zu Gaudís Lebzeiten fertiggestellt. Die nach Südwesten ausgerichtete Passionsfassade hingegen wurde erst nach Gaudís Tod begonnen und ist bis heute unvollendet. Hier wird, ebenfalls in figürlicher Weise, der Leidensweg Christi dargestellt.

Sagrada Familia Fassade Barcelona

Wenn die Sagrada Família einmal fertig ist, …

… wird sie 18 Türme besitzen. 12 dieser Türme symbolisieren dann die 12 Apostel, während 4 Türme für die Evangelisten stehen. Die letzten beiden schließlich werden für Jesus Christus und dessen Mutter Maria stehen. Mit einer Höhe von 125 beziehungsweise 172,50 Metern werden es die höchsten Türme der Kirche werden – und der „Jesus-Turm“ überragt dann sogar die Spitze des Ulmer Münsters, den bisher höchsten Kirchenturm der Welt, um mehr als 11 Meter. Jeder Turm der Kirche wird in seiner Art einzigartig sein, sich aber perfekt ins Ensemble einfügen.

Der Innenraum der Kirche…

… verfügt über eine extrem hohe Gewölbehöhe, die bis zu 75 Metern erreicht. Besonders faszinierend sind hier die steinernen Säulen, die das Gewölbe tragen und in ihrer optischen Beschaffenheit an Bäume erinnern. Folgerichtig gibt es im oberen Bereich Verzweigungen und ein angedeutetes Blätterdach. Das Licht im Kirchenschiff erinnert an einen lichten Wald, wirkt also deutlich heller als in den meisten anderen Kirchen.

Sagrada Familia Deckenkonstruktion

Insgesamt wird die Basilika aus Steinen unterschiedlichster Härte errichtet, …

… abhängig davon, ob es sich um tragende Teile handelt oder solche, die hauptsächlich als Zierde gedacht sind. Vor allem im Außenbereich spielt zudem die Witterung eine große Rolle bei der Materialplanung. Bei metallischen Teilen setzt man in aller Regel auf rostfreien Stahl. Man geht davon aus, dass dies auch im Sinne Gaudís wäre, der zu Lebzeiten bereits mit allen erdenklichen Materialien gearbeitet hat, die ihm damals zur Verfügung standen. Im Zweifel entschied und entscheidet man sich für Langlebigkeit und Belastbarkeit.

Eine endgültige Orgelanlage wurde für die Sagrada Família bisher noch nicht gefunden. Seit 2010 gibt es allerdings eine provisorische Chororgel mit 26 Registern.


Die Sagrada Família besuchen

Zuerst die gute Nachricht: Bereits von außen kommt man dem eindrucksvollen Kirchenbau bereits sehr, sehr nahe – trotz aller noch vorhandenen Baukräne und der notwendigen Abzäunung. Es ist also möglich, völlig kostenlos einen guten Eindruck der Basilika zu bekommen. Außerdem kann die Krypta kostenlos betreten werden, was allerdings den wenigsten Besuchern bekannt sein dürfte. Im Gegenteil: Der Zugang wird meistens von einer Warteschlange verdeckt, in der Touristen geduldig auf Einlass warten.

Bei der Krypta handelt es sich um eine „Kirche in der Kirche“, in der auch täglich Gottesdienste gefeiert werden. Diese werden im Allgemeinen in katalanischer oder spanischer Sprache abgehalten, zu besonderen Anlässen gewährt die Kirche aber auch anderssprachigen Gemeinden Gastfreundschaft. So konnte unter anderem auch die deutschsprachige Kirchengemeinde Barcelonas, Sankt Albertus Magnus, hier einen Ostergottesdienst feiern.

Wer vor Ort spontan ein Ticket kaufen möchte, ist allerdings mit 38,-€ pro Tageskarte dabei. Man kann jedoch bares Geld und Wartezeit sparen, indem man das Ticket rechtzeitig online vorbestellt. Dann sind schon Angebote ab 15€ zu finden. Als Besucher gelangt man dann in den Innenraum der Kirche und kann das in der Kirche befindliche Museum zu Gaudí und zur eigenen Geschichte besuchen.


Ticket – Preisübersicht

Bei der Online-Buchung besteht die Auswahl zwischen verschiedenen Eintrittskarten. Wer nur ein kleines Zeitfenster hat und eher einen Kurzbesuch in der Sagrada Família plant, findet ebenso das passende Ticket wie der an Details interessierte Fachbesucher. Zwar kann man hier schon fast von einem Tarifdschungel sprechen, dafür sind die Preise aber auch an die individuellen Interessen und Gegebenheiten angepasst.

  • Eintritt in die Sagrada Família: 15,-€
  • Eintritt und deutschsprachiger Audioguide: 22,-€
  • Eintritt & Audioguide & Besuch der Türme: 29,-€
  • Eintritt / deutschsprachige Führung: 29,50€
  • Eintritt mit dem Barcelona City Pass*: kostenlos
  • Eintritt mit der Barcelona iVenture Card*: kostenlos

Öffnungszeiten der Sagrada Familia

  • November bis Februar von 09:00 – 18:00 Uhr
  • März und Oktober von 09:00 – 19:00 Uhr
  • April bis September von 09:00 – 20:00 Uhr
  • Am 25.12, 26.12, 01.01 und 06.01 von 09:00 – 14:00 Uhr
Sagrada Familia Stoßzeiten
Sagrada Familia Stoßzeiten

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Sagrada Família

Die Sagrada Família liegt mitten in der Stadt und verfügt über eine eigene U-Bahn-Haltestelle in unmittelbarer Nachbarschaft. Diese wird in schneller Taktung von den Linien 2 und 5 angefahren. Zudem ist die Kirche ein zentraler Punkt für die touristischen Hop-on-hop-off-Busse*. Weniger ratsam ist es jedoch, die Sagrada Família mit dem Auto anzusteuern. Zwar gibt es in der Nähe einige öffentliche Parkhäuser, die Gebühren dort sind aber relativ happig.

Adresse: Carrer de Mallorca, 401 – 08013 Barcelona
Web: http://www.sagradafamilia.org/en/


Warst Du schon mal in der Sagrada Familia in Barcelona? Wie hat es dir gefallen?

VERPASSE KEINEN NEUEN BARCELONA BLOGBEITRAG

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN:

Barcelona City Pass – All-inclusive Eintrittspass zu den Sehenswürdigkeiten von Barcelona

Werbung

Über Johannes 264 Artikel

Servus und Hallo! Johannes schreibt zusammen mit anderen Experten über Barcelona. Er ist seit vielen Jahren Fan von Barcelona und regelmäßig vor Ort. Wenn du Fragen hast oder dein Wissen mit uns teilen möchtest, schreib einen Kommentar oder klicke auf Kontakt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*