Museu d’Història de Catalunya MHCAT: Lohnt sich ein Besuch?

Im MHCAT wartet die katalanische Geschichte zum hautnahen Erleben auf dich

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Museu d'Història de Catalunya
Du bist historisch interessiert und möchtest eine Zeitreise durch die katalanische Geschichte unternehmen? Dann lass‘ dich vom Museu d’Història de Catalunya begeistern. Denn hier sind die Steinzeit und die Moderne nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Wobei ein Steinwurf von der Distanz her doch ein wenig untertrieben ist. Denn immerhin handelt es sich bei der Ausstellungsfläche von deutlich mehr als 1.000 m², die sowohl für eine Dauerausstellung als auch für temporäre Präsentationen genutzt werden. Und wenn dir das Museum am Port Vell an der Grenze von Barceloneta zum Barri Gòtic alleine nicht ausreicht, kannst du anschließend im hauseigenen Restaurant 1881 die grandiose Aussicht von der Dachterrasse aus genießen. Oder noch zusätzlich ins Aquàrium gehen. Aber logischerweise möchte ich dir erst einmal das Museum etwas näher bringen.


Geschichte des Museu d’Història de Catalunya

Das Museum wurde 1996 offiziell eingeweiht und gehört damit zu den jüngeren Museen in Barcelona. Seine Ursprünge reichen aber bereits fünf Jahre zurück in die Vergangenheit. Schließlich entstand die Idee ein Zentrum zur Weitergabe von wissenschaftlichem Hintergrundwissen über die katalanische Geschichte bereits 1991. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Palau de Mar im Rahmen der Olympischen Spiele des folgenden Jahres aufwendig restauriert und festgelegt, dass das MHCAT bald danach hier einziehen dürfte.

Wie geplant, entwickelte es sich schnell zum festen Bestandteil des Museen- und-Denkmäler Netzwerkes, das sich mit der Geschichte Kataloniens befasst. Auch die kleine und große Besucher(innen) begeisterten sich für die medial toll gemachten Ausstellungen und beteiligten sich durch Spenden so umfassend an der Finanzierung, dass das Museum seine Präsentationen immer weiter ausbauen konnte. In Bezug auf diese Entwicklung ist auch der Einzug des Zentrums für [die] Zeitgeschichte Kataloniens (CHCC) und die dazugehörige Bibliothek im Jahr 1997 zu nennen.


Was gibt es zu sehen?

Im Museu d’Història de Catalunya sind nicht nur die Ausstellungen sehenswert. Auch das Gebäude, in dem es sich befindet, lohnt einen genaueren Blick. Und sogar dann, wenn es um eine der besten Aussichten über den alten Hafen geht, ist es eine der besten Adressen. Schauen wir uns das Ganze doch ein wenig detaillierter an.

Der Palau de Mar

Du kannst nicht anders als bei diesem klangvollen Namen an reiche und bedeutsame Partien zu denken? Verständlich, allerdings wurde der Palau de Mar nicht für Adlige, sondern für Kaufleute errichtet. Tatsächlich ist er trotz seines Namens Teil des alten Barceloneser Industriehafens. Und diesbezüglich nicht nur irgendeiner, sondern der Letzte bis heute erhaltene.

Geplant wurde er ursprünglich 1881 durch Maurici Garán (einen Ingenieur) als Lager. Als seine Inspiration dienten ihm dabei Hafengebäude in England. Mit der Folge, dass sich Liverpool, London und Barcelona in Bezug auf ihre Docks noch heute ähneln. Die Bauzeit betrug gut 17 Jahre (1885 bis 1902) und das Ergebnis war eines zu dieser Zeit modernsten und technisch am besten entwickelten Hafengebäuden. Den Förderbändern, Aufzügen und dem Eisenbahnanschluss sei Dank.

Im Laufe des Bürgerkrieges und im Anschluss daran verlor der Port Vell aber zunehmend an Bedeutung und auch der Palau de Mar wurde anderweitig, beispielsweise als Polizeikorps-Kaserne genutzt.
1991 beschloss die Hafenbehörde jedoch im Zuge diverser Stadtsanierungen aufgrund der Olympischen Spiele, das Gebäude wieder komplett herzustellen. So kam es, dass er überarbeitet und ab Ende 1994 durch die Architekten Agustí Mateos i Duch und Josep Benedito i Rovira für das Konzept des Museu d’Història de Catalunya hergerichtet wurde.

Folglich ist er heute ein Musterbeispiel für die Mischung aus alter Hafentradition und modern-dynamischer, zeitgenössischer Architektur. Inklusive des Museums der Geschichte Kataloniens, mehreren Restaurants und sage und schreibe 10.500 m² Fläche, die als Büroräume genutzt werden können. Falls du also einmal auf der Suche nach einem Platz für dein eigenes Business sein solltest – neben dem MHCAT könntest du fündig werden. Bis dahin drehen wir aber zunächst eine Runde durch die Ausstellung, oder?

Historisches Museum von Katalonien

Die MHCAT-Ausstellungen

Die Ausstellungen des Museu d’Història de Catalunya lassen sich im Wesentlichen in zwei Teile aufspalten:

  • Die zeitweiligen Präsentationen, die sich auf 1.200 m² Fläche im ersten Stock befinden und die von diversen Aktionen aus den Bereichen (akademische) Bildung und Freizeit ergänzt werden.
  • Die Dauerausstellung, die von der Steinzeit bis zur Franco-Diktatur reicht und die die katalanische Geschichte aus katalanischer Sicht vorstellt.

Wie angedeutet, kannst du im ersten Stockwerk immer etwas neues Spannendes entdecken.

Im zweiten Stockwerk zieht dich dann die Welt der Antike und des Mittelalters in ihren Bann. Ob römische Siedlung, maurische Errungenschaften, das klösterliche Leben oder Kataloniens Weg zur Mittelmeer-Seemacht des 14. Jahrhunderts … Bewegte Zeiten, die entsprechende Museumsmomente versprechen.

Auf der dritten Etage geht es dann in die Industrialisierung ab dem Ende des 19. Jahrhunderts. In diesem Zusammenhang stehen der sowohl der Stahl- als auch der Textilindustrie exponierte Positionen zu. Zugleich spielen auch die Geschichte der Franco-Diktatur und die der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung eine wichtige Rolle.

Und da aller guten Dinge vier sind, wartet auf der vierten Etage in Form des Restaurant 1881 und der Dachterrasse noch eine luftige und kulinarisch ansprechende Überraschung auf dich. Doch dazu erzähle ich dir später noch ein wenig mehr.

Das Zentrums für [die] Zeitgeschichte Kataloniens (MHCAT)

Die Idee hinter dem MHCAT ist schnell erklärt: Es sammelt Informationen und Dokumentationen bezüglich der Zeitgeschichte Kataloniens und erforscht und verbreitet sie weiter. In diesem Rahmen ist das MHCAT auch sehr an Erfahrungsberichten von Frauen und Männern interessiert, die den Bürgerkrieg, die Nachkriegszeit und die Franco-Diktatur erlebt haben. Gerade Widerstandskämpfer(innen) und Exilant(inn)en stehen dabei im Mittelpunkt des institutseigenen Interesses.

Zudem steht es aber auch Wissenschaftler(inne)n bei ihren akademischen Projekten und darüber hinaus zur Seite (beispielsweise bei Histografien und Bibliografien) und ist Ansprechpartner für Verlage, die sich der Erstellung von Geschichtsbüchern verschrieben haben. Passend dazu dürfen natürlich auch Schülerinnen und Schüler, Studierende und Lehrende die hauseigene Bibliothek benutzen.

Die Museumsführung

Für mich ist es immer ein großes Vergnügen, ein Museum auf eigene Faust zu erkunden und neue Lieblingsausstellungsstücke zu entdecken. Dass ein so individuell-selektives Vorgehen auch zu gewissen Lücken führt, liegt auf der Hand. Einen (wahrscheinlich) umfassenderen Eindruck bekommst du bei der einmal pro Woche stattfindenden Führung vermittelt. Dein Guide wird dich nicht nur auf eine Reise von der Steinzeit bis zur Gegenwart schicken, sondern dir bestimmte Exponate genauer erklären und dich mit einigen Anekdoten unterhalten. Die perfekte Ergänzung zu der ansonsten schon recht experimentellen Dauerausstellung. Hier noch die wichtigsten weiteren Infos zur Führung auf einen Blick:

  • Zeitpunkt: Sonn- und feiertags um 12:00 Uhr
  • Dauer: 90 Minuten
  • kostenlos, da im Eintrittspreis enthalten
  • keine Reservierung notwendig

Das Restaurant 1881 mit der Roof Top Bar

Dass der Palau de Mar nicht gerade zu den kleinsten Gebäuden Barcelonas zählt, ist nicht zu übersehen. Wie hoch er aber tatsächlich ist und was für eine großartige Aussicht von seinem Dach auf dich wartet? Das merkst du erst, wenn du dich auf die Dachterrasse im vierten Stock begibst. Der Eintritt ist erst einmal kostenlos, dennoch lohnt sich ein Drink oder ein kleiner Snack im direkt angrenzenden Restaurant 1881 meiner Meinung nach sehr. Hier warten in einer nautisch angehauchten, von Holz-, Blau- und Weißtönen geprägten Umgebung leckere Cocktails und mediterrane Köstlichkeiten auf dich. Und für die erfrischende steife Brise ist durch die Höhe und die Nähe zum Meer ebenfalls gesorgt.

Nits d'estiu al Museu d'Història de Catalunya
Das Video wird von Youtube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Wann ist die beste Zeit, um das MHCAT zu besichtigen?

Das Museum ist vor allem in der Mittagszeit und samstags /sonntags gegen Ende der Öffnungszeiten (Abend / früher Nachmittag) am besten besucht.
Deswegen bietet sich, wenn möglich, ein relativ früher Besuch kurz nach Öffnung der Ausstellungen an. Auf diese Weise hast du diese weitgehend für dich.

Ein wenig anders sieht es jedoch aus, wenn du an der Führung teilnehmen möchtest, denn diese startet an den Sonn- und Feiertagen immer um 12:00 Uhr.


Welche Öffnungszeiten hat das MHCAT?

Das Museu d’Història de Catalunya ist geöffnet….

  • dienstags bis samstags von 10:00 bis 19:00 Uhr
  • sonntags und an Feiertagen von 10:00 bis 14:30 Uhr

Einen besonderer Pluspunkt kommt am Mittwoch mit dazu, denn da ist es noch eine Stunde länger, also bis 20:00 Uhr, geöffnet.

Im Umkehrschluss ist es geschlossen

  • montags sowie am
  • 1. und 6. Januar,
  • 1. Mai,
  • 10. Juni,
  • 25. und 26. Dezember

Welche Ticktes gibt es?

Für den Besuch im MHCAT gelten folgende Ticketpreise:

Daueraustellung „La memòria d’un pais“

  • 4,50 : Normaltarif Erwachsene (26 – 64 Jahre)
  • 3,50 : Ermäßigter Tarif (17 – 26 Jahre und 65+ Jahre)

Temporäre Ausstellungen

  • 4,00 €: Normaltarif Erwachsene (26 – 64 Jahre)
  • 3,00 €: Ermäßigter Tarif (17 – 26 Jahre und 65+ Jahre)

Kombiticket für beide Ausstellungstypen

  • 6,50 €: Normaltarif Erwachsene* (26 – 64 Jahre)
  • 4,50 €: Ermäßigter Tarif (17 – 26 Jahre und 65+ Jahre)

Und natürlich darfst du auch die Vergünstigungen durch die Barcelona City Cards nicht außer Acht lassen:


Lohnt sich das Museu d’Història de Catalunya?

Mir persönlich gefällt das MHCAT sehr gut. Allerdings sind die Geschichtsbetrachtungen ziemlich katalanisch eingefärbt und daher mit ein bisschen historischer Toleranz zu betrachten. Ein kleiner Nachteil liegt zudem darin, dass die Informationstafeln auf Spanisch beziehungsweise Katalanisch verfasst wurden und dementsprechend nicht für alle Besucher(innen) gleich gut zu lesen sind.

Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein spannendes und abwechslungsreiches Museum, in dem es viel zu sehen und zu erleben gibt. Und wenn du dir einfach nur die bemerkenswerte Aussicht von der Roof Top Bar und ein dort getrunkenes kühles Getränk gönnst …

Unsere Bewertung:
MUSEU HISTÒRIA DE CATALUNYA
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Wo liegt das Museu d’Història de Catalunya in Barcelona?

Das Museu d’Història de Catalunya befindet sich im Palau de Mar im Barri Gòtic und lässt sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr leicht erreichen. Mit der Hola BCN Card* kannst Du die Öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos und so oft Du willst nutzen.

  • Hop-on-Hop-Off Bus (rote Tour)*: Museu d’Història de Catalunya (direkt daneben)
  • Metro: L4, Haltestelle Barceloneta (170m, Fußweg gut 2 Minuten)
  • Bus: Pas Sota Muralla (Busbahnhof – 300m, Fußweg gut 3 Minuten)
  • Zug: Estación de Francia (Bahnhof für Nahverkehrszüge – 500m, Fußweg gut 5 Minuten

Und selbstredend existieren auch diverse Parkplätze in der Nähe, falls du mit einem Auto unterwegs sein solltest.



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Warst Du schon mal im Museu d’Història de Catalunya in Barcelona? Wie hat es dir gefallen?

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