Park Güell: Die schönste Parkanlage in Barcelona

Antonio Gaudis Märchengarten mit Zuckerbäckerarchitektur am Rande von Barcelona

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Park Güell Treppe Säulen

Neben der Basilika Sagrada Família ist der Park Güell das bekannteste Werk des berühmten Architekten Antonio Gaudí. Jeder Besucher der Stadt Barcelona begreift es geradezu als Pflicht, wenigstens einmal den Park Güell gesehen zu haben. Und tatsächlich hat diese Parkanlage, die sich auf einem wildromantischen Berggrundstück befindet, weit mehr zu bieten als einen perfekten Blick auf die katalanische Metropole. Verschlungene Wege, zahlreiche Bäume und Pflanzen, aber vor allem die Installationen Gaudís sorgen hier für einen bleibenden Eindruck. Reisen wir also für einen Augenblick zurück ins späte 19. Jahrhundert, wo die Geschichte des Parks gerade beginnt.


Welcher Architekt hat den Park gebaut?

Während sich der Garten- und Landschaftsbereich heute längst von der „normalen“ Architektur abgespalten hat, waren Architekten vor mehr als einhundert Jahren noch Generalisten. Der Entwurf neuer Gebäude gehörte also ebenso zu ihren Aufgabenfeldern wie die Planung von Gärten und Parks. Als der vermögende Industrielle Eusebi Güell im Jahre 1885 das großzügige Berggrundstück oberhalb der Stadt erworben hatte, schwebte ihm bereits eine Art Gartenstadt vor.

Seine Bekanntschaft mit dem jungen Architekten Antoni Gaudí schien sich daher für beide als Glücksfall zu erweisen: Gaudís Vorstellung, hier ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Wohnen und Natur zu schaffen, war damals geradezu revolutionär. Von ursprünglich 60 geplanten Villen auf diesem Grundstück wurden mangels Interesse allerdings nur 3 errichtet. Was aus wirtschaftlicher Sicht vermutlich ein Fiasko darstellte, war für Antoni Gaudí vermutlich das entscheidende Sprungbrett in seiner Karriere.

Wann wurde der Park gebaut?

Die ersten Pläne des Parks entstanden bereits im Jahre 1890. Gebaut wurde in den Jahren 1900 bis 1914, wobei der Architekt bereits preis- und umweltbewusst baute und die Qualität klar vor der Schnelligkeit einordnete. In den ersten Jahren handelte es sich noch um eine rein privat genutzte Anlage, doch bereits zur Weltausstellung 1929 wurde der Park Güell der Öffentlichkeit übergeben.

Wie groß ist der Park?

Insgesamt verfügt der Park über eine Fläche von 17,18 Hektar. Allerdings scheint der größte Teil des Parks auf den ersten Blick wenig durch den Architekten beeinflusst, denn dessen typischen Kreationen befinden sich vor allem im Zentrum der Anlage. Die denkmalgeschützte „Monumentale Zone“ ist dementsprechend das Ziel der meisten Parkbesucher, denn hier ist Gaudís Einfluss unverkennbar. Dieser Bereich nimmt allerdings nur rund 5% der Parkfläche ein.

Seit wenigen Jahren ist das Betreten der monumentalen Zone gebührenpflichtig: Die Parkverwaltung suchte nicht nur nach einer Einnahmequelle, sondern wollte auch den vorher häufigen Massenandrang begrenzen. Im Oktober 2014 wurden dazu erste Zahlen veröffentlicht: Kamen im Vorjahr noch rund 9 Millionen Besucher in den Park, reduzierte sich diese Zahl fast schlagartig auf 2,4 Millionen.

Park Güell Brücke

Was gibt es zu sehen?

Obwohl Gaudí natürlich seine bis heute unverkennbar eigene Handschrift hatte, so gilt er doch als Vertreter des Modernisme. Bei der Planung und Gestaltung des Park Güell spielten zudem die typisch englischen Gartenanlagen eine besondere Rolle: Eusebi Güell, der Auftraggeber des Parks, war von derlei Gärten dermaßen beeindruckt, dass er sie auch in Barcelona realisieren wollte. Wie die ursprünglich geplanten 60 Villen hätten aussehen sollen, ist heute nicht mehr festzustellen.

Wahrscheinlich wurden sie auch noch nicht detailliert geplant, da man sicher auf Wünsche potenzieller Bauherren eingegangen wäre. Heute erkennt man einen sehr farbenfrohen, aber gleichzeitig naturnahen Baustil, der sich teilweise mit russisch anmutender Zuckerbäckerarchitektur zu vermengen scheint. Bei den 3 realisierten Häusern handelt es sich um das Wohnhaus der Familie Güell, das heute eine Schule beherbergt, sowie um die Häuser des Antoni Gaudí und eines befreundeten Architekten.

Park Güell Aussicht Panorama

Gaudí legte bei der Anlage des Parks …

… nicht nur auf umweltgerechtes, sondern auch auf kostengünstiges Bauen großen Wert. Anstatt große Erdbewegungen in Auftrag zu geben passte er seine Pläne dem hügeligen Terrain an. Dazu wurden Stützmauern und Terrassen verwendet. Diese haben nahezu organischen Formen erhalten und fügen sich perfekt ins Gelände ein. So wird der Eindruck absoluter Natürlichkeit vermittelt. Einen Großteil der benötigten Materialien fand der Baumeister übrigens direkt auf dem Gelände.

Die vielen Mosaike bestehen aus Abfällen der nahen Keramikfabriken. Allerdings war die Bauweise selbst sehr kostenintensiv, denn alles musste in Handarbeit angefertigt werden. Einer Überlieferung zufolge waren mehrere Arbeiter tagelang damit beschäftigt, Keramik zu zerschlagen, um so das Material für die heute so beeindruckenden Mosaike zu schaffen.

Ein freundlicher Drache, …

… der den Aufgang zur Markthalle bewacht, ist das wohl bekannteste Motiv und damit das Wahrzeichen des Parks. Auf diesen stößt man direkt, wenn man den Park vom Haupteingang aus betritt: Von der Carrer d’Olot aus geht es zwischen zwei türmchenbewehrten Pavillons unmittelbar auf eine große Treppe zu, wo der freundliche Wächter auf neue Besucher wartet. Selbstverständlich ist auch er mit Bruchkeramik verziert. Aber auch an den erwähnten Pavillons ist bereits die Handschrift des Architekten zu erkennen.

Park Güell Drache Mosaik

Weiter geht es über die Treppe …

… zu einer ganz ungewöhnlichen Halle. Diese wird von 86 Säulen getragen und war einst als Marktplatz des geplanten Wohngebiets vorgesehen. Da diese Pläne nie realisiert wurden, kann die Halle heute als ein Wald aus römisch inspirierten Säulen wirken, die eine große Terrasse stützen. Die Terrasse ist umsäumt von einer mit Bruchkeramik verzierten Balustrade mit einer Sitzbank.

Ebendiese Bank wurde einst von Salvador Dalí als Vorläufer des Surrealismus bezeichnet. Und so ganz Unrecht hatte er damit nicht. Bunt wie ein Kinderspielzeug windet sie sich in zahlreichen Schlangenlinien, verfügt über kleine Plaudernischen und ermöglicht einen wunderschönen Ausblick über die Stadt. Auch das ehemalige Wohnhaus des Architekten, das heute ein Museum beherbergt, kann besichtigt werden.

Park Güell Bank Mosaik

Jenseits dieses Zentrums …

… beginnt die eintrittsfreie Grünanlage, die sich wie ein Märchengarten an den Berghang fügt. Hier sind nur kleine menschengemachte Details zu erkennen, manchmal auch erst auf den zweiten oder dritten Blick. Wer durch diese verwunschene Grünanlage spaziert, spürt sofort: Gaudí war besonders daran gelegen, die Natur so wenig wie nur möglich zu stören. Er genehmigte sich und seinen Mitarbeitern also nur kleine Akzente und ließ der Natur ansonsten ihre Freiheit. Größere Planier- und Aushubarbeiten wurden aus diesen Gründen also nicht vorgenommen.
Übrigens erstrahlt die gesamte Anlage bei Sonnenuntergang in einem ganz besonders schönen Licht!


Wo liegt der Park Güell?

Der Park Güell liegt etwas versteckt am Nordrand Barcelonas im Stadtteil Gràcia. In diesem Bereich steigt das Stadtgebiet relativ steil an, daher ist er zu Fuß nicht ganz so einfach erreichbar.

Zum Park Güell mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln

Die nächste U-Bahn-Station ist Lesseps und liegt rund 500 Meter vom Park entfernt. Im ersten Moment mag das wie ein kurzer Spaziergang erscheinen, der Fußweg hat es aber in sich. Wenn man also mit der U-Bahn Linie 3 in Lesseps ankommt, geht man die stark befahrene Straße Travessera de Dalt entlang, bis man nach einiger Zeit linker Hand die Straße Avinguda del Santuari de Sant Josep de la Muntanya entdeckt. Das darin enthaltene Wörtchen „Muntanya“ verrät bereits, dass diese Straße recht steil ansteigt. Schnurgerade geht es hinauf, bis man schräg rechts den Haupteingang des Parks erkennt. Hier befindet man sich bereits auf einer Höhe von 130 Metern über dem Meeresspiegel.

Der Park ist allerdings auch mit dem Bus zu erreichen Die Linien H6, 32, 24 und 92 fahren unter anderem zum Park Güell. Auch die im Barcelona City Pass* inbegriffene Sightseeingtour mit dem Hop-on-Hop-off-Bus* macht Station am Park.


Ist der Park mit Kinderwagen besuchbar?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, im Park mit einem Kinderwagen unterwegs zu sein. Allerdings scheinen weder Gaudí noch spätere Architekten größere Gedanken über eine Kinderwagenfreundlichkeit gemacht zu haben. Einige Wege sind einfach zu schmal oder zu unwegsam, um einen Kinderwagen dort entlangzuschieben.

Ist der Park für Rollstuhlfahrer geeignet?

Was für Kinderwagen gilt, ist mit Rollstühlen ähnlich. Allerdings lassen sich Kinderwagen in den meisten Fällen leichter zusammenklappen und über Treppen tragen als ein Rollstuhl. Zum großen Platz etwa (der Terrasse oberhalb der Säulenhalle) gibt es keinen behindertengerechten Zugang. Bei steileren Passagen der Wege ist es gleichzeitig sinnvoll, wenn Rollstuhlfahrer zusätzliche Unterstützung beim Schieben haben – oder selbst über außerordentliche Fitness und Kraft in den Armen verfügen.

Dürfen Hunde mit in den Park?

Ja, im Park sind Hunde gern gesehene Gäste, sofern sie an der Leine gehalten werden. Darüber hinaus sind Herrchen oder Frauchen natürlich dazu verpflichtet, etwaige Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge sofort zu beseitigen.


Öffnungszeiten des Park Güell

  • 01. Januar – 28. März
    08:30 Uhr – 18:15 Uhr (letzter Einlass um 17:30 Uhr)
  • 25. Oktober – 31. Dezember
    08:30 Uhr – 18:15 Uhr (letzter Einlass um 17:30 Uhr)
  • 04. Mai – 06. September
    08:00 Uhr – 21:30 Uhr (letzter Einlass um 21:00 Uhr)
  • 29. März – 03. Mai
    08:00 Uhr – 20:00 Uhr (letzter Einlass um 19:30 Uhr)
  • 07. September – 24. Oktober
    08:00 Uhr – 20:00 Uhr (letzter Einlass um 19:30 Uhr)
Park Güell Stoßzeiten
Park Güell Stoßzeiten

Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch einplanen?

Ein ausführlicher Rundgang durch den doch recht großen Park nimmt durchaus einen halben Tag in Anspruch. Aber selbst für einen Kurzbesuch sollte man sich mindestens eine, besser aber drei Stunden Zeit nehmen. Auch geführte Rundgänge dauern in aller Regel 90 bis 120 Minuten.

Wann ist die beste Zeit, um den Park Güell zu besuchen?

Die beste Jahreszeit für einen Besuch sind natürlich Frühling und Sommer, wenn die Natur in voller Pracht zu erleben ist. In der allergrößten Sommerhitze kann ein Besuch im doch sehr hügeligen und nicht überall schattigen Park aber ein zweifelhaftes Vergnügen sein. Und auch im Winter ist die Vegetation nicht mit jener in Deutschland zu vergleichen: Hier wächst, blüht und gedeiht auch in der kalten Jahreszeit so manche Pflanze, die in Mitteleuropa erfrieren würde.


Tickets & Preisübersicht

Tickets können vor Ort an den Park-Eingängen erworben werden.

  • Eintritt für Erwachsene: 7,00 €
  • Kinder zwischen 7 und 12 Jahren und Senioren: 5,90 €
  • Kinder unter 7 Jahren: kostenlos
  • Eintritt mit dem Barcelona City Pass*: kostenlos

Außerdem können Tickets online vorbestellt werden, die einem die Warteschlange an den Kassen ersparen.

  • Das Kombiticket* für den Besuch den Park Güell inklusive Hop-on-Hop-off-Bus kostet 32,50 € pro Person.
  • Geführte Tour* in drei verschiedenen Sprachen wählbar und für Gruppen mit bis zu 9 Personen, schlägt beim Onlinekauf mit 26,00 € pro Person zu Buche.
  • Eintritt mit der Barcelona iVenture Card*: kostenlos

Kann man den Park Güell auch ohne Eintritt besuchen?

Ein Geheimtipp für alle Sparfüchse: Morgens zwischen 06:00 und 08:00 ist der gesamte Park kostenlos besuchbar. Wartezeiten sind also zu dieser Zeit auch nicht zu befürchten.



Größere Karte anzeigen


Adresse: Carrer d’Olot, 3, 08024 Barcelona
Webhttps://www.parkguell.cat/en/


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