Sagrada Familia in Barcelona Tickets & Eintritt: Lohnt sich ein Besuch Innen?

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Die Sagrada Familia ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Barcelona. Sofern Du sie bereits auf Film- und / oder Fotoaufnahmen oder persönlich gesehen haben solltest, wird Dir das auch ganz sicher sehr verständlich vorkommen. Gleichzeitig handelt es sich bei ihr im Hinblick auf die mehr als 2.000-jährige Stadtgeschichte um eine vergleichsweise junge Sehenswürdigkeit. Doch dafür hat sie es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Grund genug, sie und ihre Bauhistorie etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Was Du in diesem Artikel erfährst:

  • Mit welchen architektonischen Highlights die Sagrada Familia auf Dich wartet,
  • was während ihrer bisherigen gut 140-jährigen Baugeschichte so alles passierte,
  • wodurch sich ihr wichtigster Architekt, Antoni Gaudi, im Besonderen auszeichnete und
  • was Du zum Thema beste Eintrittszeiten wissen solltest.

Wenngleich sich immer weniger Menschen einer Religion zugehörig fühlen, üben Kirchenbauten doch auf fast jeden eine große Faszination aus. Man muss kein Christ sein, um wenigstens eine Handvoll deutscher und europäischer Kirchen aufzählen zu können: den Kölner Dom, das Ulmer Münster, die Dresdner Frauenkirche, den Petersdom – und natürlich die Sagrada Familia. Bei Letzterer, die eigentlich Basílica i Temple Expiatori de la Sagrada Família (zu deutsch: Sühnekirche der Heiligen Familie) heißt, ist zwar „nur“ eine Basilika und damit geringeren Ranges als ein Dom.

Hinsichtlich ihrer Bekanntheit läuft diese Kirche aber manchem Dom den Rang ab, was nicht verwundert: Dank der spektakulären Baupläne des großartigen Architekten Antonio Gaudí entsteht hier ein Sakralbau, wie man ihn weltweit kein zweites Mal findet. Wenn Du in Barcelona bist, musst Du dir unbedingt Sagrada Familia Tickets für den Besuch sichern.

Sagrada Familia Tickets & Eintritt

Bei der Online-Buchung besteht die Auswahl zwischen verschiedenen Sagrada Familia Tickets*. Wer nur ein kleines Zeitfenster hat und eher einen Kurzbesuch in der Sagrada Família plant, findet ebenso das passende Ticket wie der an Details interessierte Fachbesucher. Zwar kann man hier schon fast von einem Tarifdschungel sprechen, dafür sind die Preise aber auch an die individuellen Interessen und Gegebenheiten angepasst. Mein Tipp: Die Tickets sollten unbedingt online gekauft werden, um die teilweise sehr hohen Wartezeiten beim Eintritt zu vermeiden.

Ticket Optionen:

  • Schnelleinlass
  • Audioguide
  • Führung auf Deutsch
  • Turmbesichtigung
Online Ticket

Ticket Preise: ab 31,60 Euro
(Spart Geld & Zeit vor Ort)

Meine Empfehlung


Sagrada Familia von innen

Der helle Wahnsinn. Und nein, diese Bezeichnung ist für das Innere der weitgehend von Antoni Gaudi konzipierten Basilika beim besten Willen nicht übertrieben. Das liegt unter anderem daran, dass die Gewölbe bis zu 75 Meter hoch sind. Zudem ist das Kirchenschiff insgesamt so gut belichtet, als würdest Du in einem lichtdurchfluteten Wald ins Blätterdach schauen. Da wirkt nicht einmal die Decke einengend – ganz im Gegenteil. Und das ist nicht der einzige architektonisch optische Clou … Zeit für einen Blick ins Detail!

Der Grundriss und die kirchlichen Anspielungen

Der Grundriss der fünfschiffigen Basilika ist so konstruiert, dass er zusammen mit den Türen, den Säulen und den Flächen ähnliche viele symbolische beziehungsweise konkrete Bedeutungen beinhaltet wie das Fassadenäußere, das wir uns nachher noch genauer ansehen.

Ob Anspielungen auf

  • regionale (katalanische) oder nationale (spanische) Diözesen,
  • lateinamerikanische Kirchen,
  • sämtliche Kontinente,
  • Apostel, Ordensgründer und Heilige sowie
  • die Sakramente und theologischen Tugenden --

…hier wurde nichts in der Darstellung ausgelassen!

Sagrada-Familia-Innenraum
Innenraum

Die einzelnen Kirchenschiffe

Die fünf Kirchenschiffe der Basilika sind wie ein lateinisches Kreuz angeordnet. Schon alleine sie machen die Sagrada Familia durch ihre Abmessungen zu einem der beeindruckendsten Kirchenbauten der Welt. Kein Wunder, denn…

  • eine Strecke zwischen Eingang und Apsis von 90 Metern Länge,
  • eine Gewölbehöhe von 45 Metern beim Mittelschiff und 30 Metern bei den vier Seitenschiffen und
  • eine Schiffsbreite von 15 beziehungsweise 7,5 Metern

…können sich definitiv sehen lassen. Aber nicht nur das: Die äußersten Kirchenschiffe bieten auf ihren Emporen reichlich Platz für die Chöre. Und in diesem Fall sind das keine 50-Personen-Chöre, sondern mehr als 1.500 Menschen, die sich dort zum Singen treffen können …

Das Gewölbesystem

Apropos bemerkenswert: Das gilt auch für die Statik des Gewölbesystems, das im Gegensatz zum mittelalterlichen Klassiker ohne Strebemauern und -pfeiler auskommt. Sahen die ersten gotisch angehauchten Entwürfe Mauern und Säulen noch als unverzichtbar vor, stellte Gaudi die Konstruktion im wahrsten Sinne des Wortes (fast) auf den Kopf. Dafür ersetzte er in einem Modell die Säulen durch Seile. Anschließend kippte er alles um 180 Grad und konnte mithilfe von kleinen Gewichten die Druckpunkte genau bestimmen. Auf diese Weise entspannt auch die baumartige Säulenstruktur, die die Sagrada Familia so stark auszeichnet und die dafür sorgt, dass Du Dir fast wie im Wald vorkommst.

In Kombination mit den großen Fenstern und der rillenartigen Struktur der Säulen (die zudem noch aus unterschiedlich harten und verschieden gefärbten Materialien wie Porphyr, Basalt, und Granit bestehen) ergibt sich also ein unvergleichlicher Anblick. Immerhin gibt es nichts in der in der Architektur, was ein vergleichbares Vorbild sein könnte besitzt. Nur die Natur und der Schöpfergott persönlich können da in etwa mithalten. Und genau das war es, was Gaudi zeigen wollte.

Die Krypta

Die nach neugotischer Art entworfene Krypta wurde noch nicht von Gaudi selbst geplant und errichtet, sondern entstand noch teilweise unter seinem Vorgänger. Das hatte für Gaudi zur Folge, dass er bei den Anordnungen der Geburts- und des Passionsfassade nicht mehr vollständig freie Hand hatte. In der Konsequenz war eine Ausrichtung Richtung Sonnenaufgang (Geburt) und Sonnenuntergang (Tod Christi) nicht mehr möglich. Doch Gaudi machte das Beste aus der Situation. Er ergänzte sie um einen Graben, der für zusätzliches Licht und ein Plus an Luft sorgte.

Davon abgesehen setzt sie sich aus einem Rundbau mit sieben Einzelkapellen zusammen, wobei die mittlere dem heiligen Josef gewidmet wurde. Auf der anderen Seite befinden sich noch einmal fünf geradlinig sortierte zusätzlich Kapellen, wobei die zentrale den Altar beinhaltet. Darüber hinaus liegen José Maria Bocabella und Antoni Gaudi in der Krypta begraben.

Die Apsis mit dem Altar

Die Apsis des Wahrzeichens konnte 1993 in Betrieb genommen werden und zeichnet sich durch ihren gotischen Stil und ihre Umrahmung mit sieben Kapellen aus. Darüber hinaus gehören zwei Seitentreppen dazu. Sie schließend sich je links und rechts an und ergänzen die dort befindlichen Wendeltreppen zur Fassade hin. Besonders charismatisch erscheinen sie durch die beiden enormen Steinschnecken an der Außenmauer, die sich auf dem Weg nach unten befinden. Zudem ist an der Außenseite der Mauern allerlei Getier anzutreffen. Salamander, Frösche, Eidechsen, Schlangen und Drachen mühen sich jedoch als diabolische Wesen vergeblich, ins Kircheninnere zu gelangen. Dafür leisten sie immerhin als Regenwasser-Ableiter ganze Dienste.

Aber auch die Innenmauer-Gestaltung mit Tränen und Engelsköpfen, welche das Leiden Jesu versinnbildlichen sollen, sind außerordentlich sehenswert. Ähnliches gilt auch für die Kuppel, die Gaudi Maria widmete. Durch ihre Gestaltung und die große Lichtdurchlässigkeit (noch mehr als bei der Gotik sowieso schon vorhanden) wirkt sie besonders einladend und freundlich.

Das Zentrum der Apsis wird schließlich vom Altar geprägt. Ihn schmückt ein Baldachin mit Weinstock-Ranken und Trauben (als Anlehnung an eine noch relativ klassische Kirchengestaltung). Direkt dahinter sind auch schon die Orgelpfeifen zu sehen.

Die Bilder, die die Buntglasfenster zeichnen

Gaudi liebte es bunt und farbenfroh. Keine Überraschung also, dass die riesigen Buntglasfenster in nahezu allen nur denkbaren Gelb-, Rot-, Blau- und Grüntönen schimmern und insbesondere bei Sonnenuntergang eine faszinierende Mischung aus natürlichem Tageslicht und künstlichen Showeffekten erzeugen. Diese Wirkung basiert darauf, dass sich die lichtdurchlässigen Scheiben oberhalb derjenigen aus Buntglas angebracht sind. So entsteht eine zusätzliche Betonung der Gewölbedecken.

Die Orgel

Keine Basilika ohne die geeignete Orgel, möchte man meinen. Und natürlich gilt dies auch für die Sagrada Familia. Der kleine Knackpunkt an der Sache ist nur der: Es gibt noch keine endgültig passende Anlage, die wirklich mit den Abmessungen der Kirche harmoniert und die den idealen Klang hat!

Immerhin gibt es im Presbiterio (dem Chorraum) seit 2010 eine Orgel mit 26 Registern, also 1.492 Pfeifen. Und auch in der Krypta kommt wieder Leben in die Musikanlage. Dort stellte die Fábrica de Órganos Nuestra Señora de Montserrat 1926 eine Orgel auf. Diese ging aber bereits zehn Jahre später im Bürgerkrieg kaputt. 2020 gab es dafür ein Happy End: Man fand in einer Klosterkirche eine 13-Register-Orgel, die der bekannte Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll 1896 herstellte und die dann in die Sagrada Familia umziehen durfte.

Sagrada-Familia-Orgel
Orgel

Das Sagrada Familia Museum

Das unterirdische Museum enthält alles, was Dein Herz rund um das Thema Zeichnungen, zeitgenössische Fotografien und Baumodelle von Antoni Gaudi begehrt. Es befindet sich unter der Passionsfassade und zeigt seit Neuestem auf zusätzlichen 102 Quadratmetern Fläche in Form von 20 weiteren Gipsmodellen und Großformat-Fotos Informationen zum Aspekt „Von der Natur inspiriert“.

Von daher: Beste Gelegenheit, um besser nachvollziehen zu können, was die Komplexität der Sagrada Familia so alles ausmacht und wie genau Gaudi Architektur und Natur miteinander verbinden wollte.

Sagrada-Familia-Museum
Museum

Türme der Sagrada Familia

18 Türme und alle Unikate – das ist der Plan, der bei der Errichtung der Basilika umgesetzt werden soll. Dabei entsprechen vier der Türme den Evangelisten und zwölf den Aposteln. Bleiben also noch zwei, die jeweils für Maria und Jesus Christus stehen werden. Passend zu der herausragenden Stellung dieser beiden Personen im Rahmen der christlichen Gemeinschaft sind diese beiden Türme die höchsten. Der Maria Turm mit 125 Metern Höhe und der Jesus-Turm mit 172,5 Metern. Womit er dann elf Meter höher als der Turm des Ulmer Münsters sein wird. Und das hält immerhin den bisherigen Kirchbauten-Höhen-Weltrekord!

Doch nicht nur die Höhe an sich – auch die Konstruktion der Übergänge zwischen den Türmen ist bemerkenswert. Denn während die unteren Teile von sehr steilen Wendeltreppen mit kleinen Treppenaugen durchzogen werden, gelangst Du auf dem vierten Turmabschnitt auf ein Höhenlabyrinth. Dort besteht die Möglichkeit, von Turm zu Turm zu laufen. Zudem befinden sich im Inneren der Türme Galerien auf verschiedenen Höhen, die das Zuschauen am Gottesdienst aus luftiger Höhe möglich machen.

Klingt aufwendig? Ist es auch? Und tatsächlich sind bisher erst acht von den 18 Türmen fertig gestellt worden, davon nur einer (der Sankt-Barnabas-Turm auf der linken Seite der Geburtsfassade) zu Gaudis Lebzeiten. Er zählt dementsprechend zu denen, die Du an der Geburts- und an der Passionsfassade bereits besichtigen kannst. An der Geburtsfassade ist es zudem recht ruhig, weil dort keine Gruppen zusammenkommen dürfen. Der Haken ist allerdings, dass die Öffnungszeiten der Sagrada Familia die Beobachtung des Sonnenaufgangs von dieser Stelle aus nicht mehr zulassen. Aber auch so ist die Aussicht sehr spannend – wenngleich nicht ganz so spektakulär wie die von der anderweitig ausgerichteten Passionsfassade. Und falls Du Dir den Aufstieg sparen möchtest, nimmst Du einfach den jeweiligen Lift. Beachte jedoch, dass lediglich der Passionsfassaden-Fahrstuhl auch abwärts fährt.

Höhe der Sagrada Familia

In fertigem Zustand wird dieses Wahrzeichen Barcelona mit gut 170 Metern das höchste europäisch-religiöse Gebäude sein – aber nicht die höchste Sehenswürdigkeit der Stadt. ´Denn Antoni Gaudi hatte sehr viel Ehrfurcht vor der Schöpfung Gottes und der Natur. Deswegen legte er bei der Planung großen Wert darauf, dass der Montjuïc einen Meter größer bleibt.

Sagrada Familia Turmbesichtigung:

  • Schnelleinlass
  • Mit Führung
Online Ticket

Ticket Preise: ab 62,00 Euro
(Spart Geld & Zeit vor Ort)


Sagrada Familia von außen

Wenn nicht nur die inneren Werte bestechen, sondern sich auch das Äußere sehen lassen kann, muss es sich um einen vollumfänglichen Star handeln. Und davon kann man bei der Sagrada Familia durchaus sprechen – auch, wenn manche Elemente ihrer äußeren Gestaltung kontrovers diskutiert werden. Doch so ist das schließlich mit Stars; je mehr Ecken und Kanten, desto interessanter. Und das gilt auch für die unterschiedlichen Fassaden der Basilika. Dabei ist das Portal der Himmelfahrt als vergleichsweise schlicht und zurückhaltend – doch die drei anderen sind richtige Hingucker!

Die Fassade der Geburt Jesu Christi mit ihren drei Portalen

Bei der nach Nordosten ausgerichteten Geburtsfassade handelt es sich um die erste, die komplett errichtet wurde – und die einzige, deren Fertigstellung Gaudi noch persönlich miterlebte. Zugegeben, das lag auch daran, dass er um die potenzielle Dauer seines Bauprojekts wusste und sich bewusst für diesen Start entschied. Zum Ärger der Stadtbauplaner, die sich aus Sichtbarkeitsgründen für die Bevölkerung und Tourist*innen eher für eine andere an prädestinierterer Stelle entschieden hätten.

Doch das konnte den Architekten nicht aus dem Konzept bringen und so entstanden bis 1926 die dazugehörigen drei großen Portale und die vier Glockentürme. In einem Stil, der bereits von dem gotischen der Krypta abweist und andeutet, dass in den folgenden Jahren und Bauschritten etwas ganz Einzigartiges entstehen sollte. Die Portale setzen sich aus…

  • dem Portal der Hoffnung (mit eigentlich hoffnungsfeindlichen Szenen wie Herodes‘ Kindermord, der Flucht nach Ägypten und einem Kind mit toter Taube),
  • dem Portal der Barmherzigkeit (das die Schlange mit sündigem Apfel im Maul, die Krippenszene mit Jesus, Maria und Josef sowie die Krönung Marias durch Jesus zeigt)
  • und dem Portal des Glaubens (inklusive Abbildungen aus den Evangelien und den katholischen Glaubensgrundpfeilern wie der Dreifaltigkeit, der unbefleckten Empfängnis, der göttlichen Weisheit oder der Eucharistie)

…zusammen. Und wenn du findest, dass das jetzt sehr sachlich und kurz angebunden klingt, gebe ich Dir Recht. Eigentlich müsste man noch viel mehr zu den einzelnen Details und Symboliken sagen. Doch das übernimmt besser ein spezieller Reiseführer. Ansonsten sprengt das den Rahmen dieses Beitrags deutlich. Werfen wir doch lieber noch einen Blick auf die weiteren Fassaden!

Die Fassade der Seligkeit

Wie bereits bei der Fassade des Leidenswegs gesehen erlebte Gaudi auch die Fertigstellung der Fassade der Seligkeit nicht mehr. Tatsächlich wird an ihr immer noch gebaut. Dafür soll sie mit ihren vier Türmen und ihren sieben Kircheneingängen die anderen Fassaden aber auch noch einmal deutlich übertreffen. Zu sehen gibt es dann die letzten vier Etappen, die ein Mensch auf dem Weg zur Seligkeit noch erleben kann:

  • Den Tod,
  • das Jüngste Gericht,
  • die Reise in die Hölle und
  • die schlussendliche Sehenswürdigkeit.

Die Fassade des Leidenswegs

Die Fassade des Leidenswegs sollte spektakulär werden. So spektakulär, dass Gaudi nicht mit ihr als Einstiegsprojekt beginnen wollte, weil er Angst hatte sich von seinem eigenen Bauwerk zu distanzieren. Passend zu den Themen Leiden und den letzten Lebenswochen Jesu ging Gaudi 1911 in einer eigenen schweren Krankheitsphase an das Design. Im Mittelpunkt sollten dabei expressionistische Figuren stehen und auch die Vordach-Säulen sind in einem recht eigenen Stil (Du könntest glatt an Knochen denken) gehalten.

Als Gaudi 1926 nach weiteren 15 Jahren Betreuung der Sagrada Familia starb, war die Fassade noch im Bau begriffen. Tatsächlich ging es auch erst 1988 an die Erschaffung der Skulpturen, für die Josep Maria Subirach gewonnen werden konnte. Subirach nutzte dafür gerettete Zeichnungen Gaudis. Allerdings lösten seine markanten, eckigen Ergebnisse durchaus starke Kontroversen aus.

Der Kreuzgang

Bestimmt kennst Du den Kreuzgang vieler anderer Kirchen als ein Element des Innenbaus. Doch dies ist bei diesem sakralen Wahrzeichen Barcelonas nicht der Fall. Er umrandet die vier äußeren Fassaden und bindet damit die Sakristeien, diverse Kapellen inklusive Taufkapelle und weitere Nebengebäude mit ein.

Gaudi hatte den Kreuzweg deshalb außen angesetzt, damit das Kircheninnere besser vor Straßenlärm geschützt sei. Darüber hinaus ist er auch für Prozessionen, die aufgrund von Regenwetter nicht im Freien abgehalten werden können, gut geeignet. Der Clou daran: Die Portale unterbrechen ihn nur unwesentlich, weil der Durchgang nicht zu sehr gesperrt ist. So wirst Du beim Abgehen des Kreuzgangs und Deiner inneren Sammlung über Gebühr mit dem Laufweg beschäftigt, sondern kannst Dich ganz auf Dich und Deine Gedanken konzentrieren. Also alles ganz schön clever. Bleibt folglich noch die Frage, wer der Mann ist, der sich diese Reihe von verblüffenden Ideen überlegte.

Sagrada-Familia-Kreuzgang
Kreuzgang

Antoni Gaudi: Der Architekt der Sagrada Familia

Bei einem Bauwerk mit einer fast 150-jährigen Geschichte dürfte klar sein, dass es sich bei der Errichtung nicht um eine reine One-Man-Show handeln kann. Und so hat bereits eine ganze Reihe an Architekten an diesem wunderbaren Wahrzeichen Barcelonas gearbeitet:

  • Francisco de Paula del Villar y Lozano,
  • Antoni Gaudi,
  • Doménec Sugrañes,
  • Francesc de Paula Quintana i Vida,
  • Isidre Puig-Boada,
  • Lluís Bonet i Garí,
  • Francesc de Paula Cardoner i Blanch,
  • Jordi Bonet i Armengol
  • und seit 2012 bis heute Jordi Faulí i Oller.

Doch keinem von ihnen wird dabei ein so großer Einfluss auf die Basilika zugeschrieben wie Antoni Gaudi – und das zu Recht. Immerhin war es Gaudi, der mit seinem besonderen Stil für den größten Originalitätseffekt sorgte und dessen Pläne für die späteren Architekten von besonderer Bedeutung waren. Frei nach dem Motto „Wie hätte sich Gaudi das jetzt vorgestellt?“.

Antoni Gaudi
Portrait von Antoni Gaudi

Eine eigene und eigenwillige kreative Welt

Doch der Reihe nach. Antoni Gaudi wurde in Reus 1852 als Kesselschmied-Sohn geboren und ging zum Architektur-Studium nach Barcelona, das er 1878 erfolgreich abschloss. Zu seiner Jugend- und Jungen-Erwachsenen-Zeit befand sich Katalonien in der Renaixença und damit im städtebaulichen wie wirtschaftlichen Wachstum. In Kombination mit dem Modernisme und dem großbürgerlichen Mäzenatentum also ein sehr spannendes und changierendes Pflaster für alle kreativen Köpfe. Insbesondere die Weltausstellung von 1888 brachte für Gaudi viele weitere Inputs mit. In der Folge löste er sich immer mehr von den bisher angewandten historischen Stilen und widmete sich immer mehr seiner eigenen, ganz individuellen Ästhetik. Diese war vor allem von geschwungenen, organischen Formen geprägt, die im Zusammenspiel mit den unterschiedlichsten Materialien wie geschmiedetem Eisen, Buntglas und Keramik extrem gut zur Geltung kamen.

Die Natur in der Architektur, ohne die beherrschende Frage, ob wirklich jede Form eine ausdrückliche Funktion haben müsse … keine stoisch-geraden Linien, dafür plastisch und kreativ. Etwas Vergleichbares hatte es vorher nicht gegeben, weder in puncto Optik noch Technik. Kein Wunder also, dass die Meinungen zu Gaudi und seinen Entwürfen beziehungsweise Bauten zu seinen Lebzeiten nicht immer einheitlich waren. Fans wie beispielsweise sein Mäzen Eusebi Güell, ein wichtiger katalanischer Industrieller, ermöglichten es Gaudi jedoch, aus dem Vollen zu schöpfen. Dadurch konnte er sich vergleichsweise frei und prestigevoll entfalten. Davon zeugen beispielsweise Bauwerke wie die…

…die 1984 komplett oder teilweise ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurden. Ab 1914 widmete sich Gaudi aber ausschließlich der Sagrada Familia – und als er 1926 einige Tage nach einem Verkehrsunfall mit einer Straßenbahn starb, war er vor allem aufgrund dieses Projekts ein sehr populärer Mann. So populär, dass seine Beerdigung viele tausend Menschen auf die Straße zog, die ihm die letzte Ehre erwiesen.


Geschichte der Sagrade Famíla

Vorgeschichte bis zur abgeschlossenen Umplanung durch Gaudi (1881 bis 1893)

Wenngleich die Sagrada Familia vor allem mit Antoni Gaudi in Verbindung gebracht wird, war er nicht die Person, auf die ihre Entstehung zurückzuführen ist. Die was nämlich Josep Maria Bocarella, ein Buchhändler und Verfasser von religiösen Schriften, der 1866 die Associación Espiritual de Devotos de San José gründete. Nach einer Italienreise, die ihn nachhaltig beeindruckte, entschloss er sich 1874, einen Kirchenbau über eine Spendenfinanzierung anzustrengen. Passend dazu konnte er 1881 ein 12.800 m² großes Grundstück im noch vergleichsweise gering bebauten Stadtviertel Eixample für diesen Zweck erwerben.

Ab diesem Jahr schritt auch die Planung der Kirche voran, die der diözese-eigene Architekt Francisco de Paula del Villar y Lozano betreuen sollte. Im Gegensatz zu Bocarellas Vorstellung von einem Nachbau der italienischen Loreto-Basilika entwarf er jedoch eine einfache dreischiffige Kirche im neuromanisch-neugotischen Stil. Bei der Grundsteinlegung am 19.3.1882 (dem Gedenktag des heiligen Josef) war Gaudi bereits dabei – weil er zu Joan Martorells Team gehörte, der als Statiker engagiert war. Außerdem hatte Gaudi bereits als Student für del Villar gearbeitet. Doch wie so oft am Bau kam es zu Problemen; im Fall der Sagrada Familie zu einem ausgewachsenen Streit zwischen del Villar und der Bauleitung. Dieser führte zu del Villars Abgabe des Projekts . Dabei fiel die die Wahl für einen Nachfolger erst auf Martorell, der zugunsten von Gaudi verzichtete.

In der Folge ließ Gaudi die Krypta bis 1889 weitgehend nach del Villars Plänen (abgesehen von einigen Abweichungen an den Gewölben) fertig bauen. Dementsprechend konnten schon in den mittleren 1880er Jahren Gottesdienste gefeiert werden. Zu diese Zeitpunkt entschied sich Gaudi zudem zu einer Konzeptänderung, die er 1885 vorstellte. Eine höhere Apsis, neugotische Elemente nach Gaudis eigener Art und eine deutliche Vergrößerung auf 5 Schiffe und 18 Türme standen nun zur Debatte.

Der Bau der Sagrada Familia unter der Federführung von Antoni Gaudi (1894 bis 1926)

Wetten, dass sich Dir nun die Frage stellt, was Gaudi und Bocabella zu dieser neuen Planung bewog? Richtig – dass diese möglich wurde, lag an mehr Geld, das dank einer ziemlich reichhaltigen anonymen Spende on top zur Verfügung stand. 1894 war der Baubeginn nach dem neuen Konzept, das in seinen Grundzügen bis heute hin so beibehalten wurde. En detail durchlief Gaudis Architektursprache aber einige Veränderungen vom gotisch bis barock angehauchten Historismus über den Modernismus bis hin zu seinem eigenen abstrakt-expressionistischen späteren Stil. Oder mit anderen Worten: Die Basilika sollte an die Gotik angelehnt, aber deutlich mehr als nur von dieser beeinflusst sein.

Dabei war Gaudi klar, dass die Kirche kein zügig zu realisierendes Projekt darstellen würde. Stattdessen war sie wie gemacht für sein berühmtes Zitat „Mein Kunde hat keine Eile“, in dem er wohl gleichermaßen auf Gott und die Baudirektion Bezug nahm. Letztlich betreute er die Arbeiten ganze 43 Jahre lang. 15 davon mit seinem kompletten Fokus auf der Sagrada Familia. Und als der berühmteste Sohn der Stadt 1926 bei einem Unfall kurz vor seinem 74. Geburtstag starb, waren etwa 15 % der Basilika, darunter der Turm des heiligen Barnabas an der Geburtsfassade, fertig gestellt.

[Doku] Sagrada - El misteri de la creació [HD]

Das Video wird von Youtube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Die weiteren Bauabschnitte bis heute (1926 bis 2021)

Nach Gaudis Tod kam es immer wieder zu Unterbrechungen. Das lag unter anderem, dass antiklerikale Gruppen im spanischen Bürgerkrieg die 1935 fertig gestellte Geburtsfassade niederbrannten und dabei die Krypta zerstörten. Auch diverse Zeichnungen, Baupläne und Gipsmodelle kamen dabei deutlich zu Schaden. Was noch übrig war, gelangte in den Besitz der katalanischen Landesregierung. Dieser Umstand ermöglichte es nach dem Ende des Bürgerkriegs mehreren Mitarbeitern und Kollegen des berühmten Architekten, die Modelle mithilfe der Reste und Fotografien soweit wie machbar wiederherzustellen. Eine besondere Bedeutung erfuhren dabei die Entwurfsregelflächen. Dank ihnen ermöglichte bereits ein kleines Bruchstück die mathematische Rekonstruktion der Restfläche.

1950 konnte der Bau wiederaufgenommen werden und schreitet seitdem weiter voran, wobei die späteren Architekten versuchten, sich an das, was von Gaudis Ideen überliefert war zu halten. Je nachdem, wer in der darüber debattierenden Runde saß, mit mehr oder weniger Erfolg. Diese Unstimmigkeiten führten dazu, dass beispielsweise der Architekt und Stadtplaner Oriol Bohigas 1964 eine Unterschriften-Aktion zwecks Baustopp organisierte, an der unter anderem Modernismus-Vertreter wie Walter Gropius und Le Corbusier teilnahmen. Uns selbst andere Künstler wie Salvador Dali waren nicht unbedingt nur positiv beeindruckt. Das galt 2008 auch für die 400-köpfige Gruppe aus prominenten Künstler*innen und Architektinnen. Auch sie forderten einen Baustopp – erfolglos.

Sagrada Familia von oben
Sagrada Familia von oben

Denn 2010 konnte Papst Benedikt XVI. die Basilika nach der Innenraum-Fertigstellung am 7.11. weihen. Gleichzeitig wurde die gesamte Vollendung bis 2026 und damit zum 100. Todestag Gaudis angedacht. Doch dieses Ziel lässt sich aufgrund der Covid-19-Pandemie wohl nicht einhalten. Einer der Hauptgründe dafür liegt sicherlich in den Einbrüchen der Besucherzahlen und der Eintrittsgelder plus Spenden (Zum Vergleich: 2019 100 Millionen Euro und für 2021 um die 17 Millionen Euro), von denen der Bau nach wie vor finanziert wird. Und das bei einer 2019er Veranschlagung von 374 Millionen Euro bis zum bis dato geplanten Bauabschluss in 2026 …


Ticket Optionen:

  • Schnelleinlass
  • Audioguide
  • Führung auf Deutsch
  • Turmbesichtigung
Online Ticket

Ticket Preise: ab 31,60 Euro
(Spart Geld & Zeit vor Ort)

Meine Empfehlung


Häufige Fragen & Antworten

Öffnungszeiten der Sagrada Familia

  • Montag bis Donnerstag von 09:00 bis 15:00 Uhr
  • Freitag bis Sonntag von 09:00 bis 18:00 Uhr
  • Öffnungszeiten können wegen Sonderveranstaltungen geändert werden, siehe HIER.

Wie viel Zeit einplanen beim Besuch der Sagrada Familia?

Für den Besuch des Basilika-Inneren solltest Du mindestens eine halbe Stunde einplanen, wenn Du Dir lediglich einen groben Eindruck verschaffen möchtest. Doch um die Stimmung wirklich gut aufnehmen zu können, ist schon ein wenig mehr Zeit vonnöten. Gerade auch dann, wenn Du an einer Führung teilnimmst oder Dir on top noch das Museum ansehen willst.

Wann ist die beste Besuchszeit der Sagrada Familia?

Dass Barcelona ein beliebtes Reiseziel für ein (verlängertes) Wochenende ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Und dass es in einer Kirche – vor allem in einem so bemerkenswerten Exemplar – toll ist, eine Andacht oder einen ganzen Gottesdienst mitzuerleben? Das liegt ebenfalls auf der Hand. Dementsprechend voll ist es an den Wochenenden oder zu den Gottesdienstzeiten. Eine bessere Gelegenheit für eine Besichtigung der Basilika bieten sich somit die Wochentage, abseits der oben genannten Zeiten. Ideal sind dabei der Morgen und der etwas spätere Nachmittag. Was auch deshalb geschickt ist, weil die Lichtverhältnisse zu diesen Zeitpunkten für besonders tolle Effekte sorgen.

Und natürlich hilft es auch, wenn Du nicht gerade dann in der Stadt unterwegs bist, wenn sich die große Mehrheit der (inter-) nationalen Tourist*innen auf den Weg nach Barcelona macht. Insofern sind Herbst und Winter zusätzliche Besuchszeit-Geheimtipps, wobei es gerade im Winter zu einem kleinen Glücksspiel mit dem Licht kommen kann.

Kann man die Sagrada Familia kostenlos besuchen?

Zuerst die gute Nachricht: Bereits von außen kommt man dem eindrucksvollen Kirchenbau bereits sehr, sehr nahe – trotz aller noch vorhandenen Baukräne und der notwendigen Abzäunung. Es ist also möglich, völlig kostenlos einen guten Eindruck der Sagrada Familia zu bekommen. Außerdem kann die Krypta kostenlos betreten werden, was allerdings den wenigsten Besuchern bekannt sein dürfte. Im Gegenteil: Der Zugang wird meistens von einer Warteschlange verdeckt, in der Touristen geduldig auf Einlass warten. Bei der Krypta handelt es sich um eine „Kirche in der Kirche“, in der auch täglich Gottesdienste gefeiert werden. Diese werden im Allgemeinen in katalanischer oder spanischer Sprache abgehalten, zu besonderen Anlässen gewährt die Kirche aber auch anderssprachigen Gemeinden Gastfreundschaft. So konnte unter anderem auch die deutschsprachige Kirchengemeinde Barcelonas, Sankt Albertus Magnus, hier einen Ostergottesdienst feiern.

Gibt es eine Kleiderordnung in der Sagrada Familia?

Ja, und sie entspricht den gängigen Kleiderregeln, die für römisch-katholische Kirchen gelten. Wenn Du das Wahrzeichen also von innen besichtigen möchtest,

  • darf Deine Kleidung nicht transparent sein,
  • muss Dein Outfit (unabhängig von Hose, Kleid oder Rock) mindestens knielang sein und die Schultern, den Bauch, den Rücken und das Dekolleté komplett bedecken,
  • solltest Du nicht barfuß kommen und
  • auf Dresses und Accessoires verzichten, die in irgendeiner Weise auf Werbebotschaften, Kunst oder Religion aufmerksam machen.

Wann soll die Sagrada Familia fertig sein?

Geplant ist, den Bau im Jahre 2026, dem hundertsten Todesjahr Gaudís, zu vollenden und die Eröffnung zu feiern. Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, hängt natürlich auch von den eingehenden Spendengeldern ab. Aktuell sieht es aber nicht nach einem Versiegen des Geldstromes aus, denn der Bekanntheitsgrad (und damit die Beliebtheit) der Kirche steigt weiter. Nach seiner Fertigstellung beträgt die Bauzeit über 140 Jahre.

Warum dauert der Bau der Sagrada Familia so lange?

Da Gaudís Pläne teilweise unvollständig waren und viele Pläne, Zeichnungen und Modelle im spanischen Bürgerkrieg zerstört wurden, musste vieles anhand von Fotos und Imagination rekonstruiert werden. Bereits bei der Grundsteinlegung wurde die Finanzierung über Spendengelder festgelegt, was einen konkreten Zeitplan für die Erbauung erschwerte. Nach Antoni Gaudi bauten bereits 7 weitere verschiedene Chef Architekten an der Sagrada Familia weiter.

Wie viel kostet die Sagrada Familia?

Eine konkrete, belastbare Summe für bisherige Baukosten kann nicht genannt werden, aktuell belaufen sich diese aber auf das jährliche Budget von rund 25 Millionen Euro. Entstehen dabei Überschüsse, weil vorhandenes Geld nicht „verbaut“ werden kann, werden diese gespendet.

Wo ist die Sagrada Familia?

Die Sagrada Familia befindet sich im Viertel „La Sagrada Familia“ des Stadtteils „Eixample“ in der Carrer de Mallorca, 401 in 08013 Barcelona.

Ist die Sagrada Familia eine Kirche?

Ja, natürlich – und was für eine! Allerdings handelt es sich bei ihr nicht um eine Kathedrale. Das liegt daran, dass zu Baubeginn noch als ziemlich simple römisch-katholische Kirche konzipiert war und die Planung sie erst etwas später zur Kathedrale machte. Der Haken an der Sache: Durch die Weihung im Jahr 2010 durch Papst Benedikt XVI. Konnte sie nicht mehr zu einer solchen werden. Das lag daran, dass das Barri Gotic, in dem sie steht, schon eine Kathedrale (einen Bischofssitz) besaß und pro Diözese nur ein Gebäude dieser Art vorgesehen ist. Dafür trägt sie nun den Titel „Basilika“, den nur der Papst verleihen darf und mit dem ausschließlich die bedeutungsvollsten Kirchen geehrt werden.

Wie viele Besucher hat die Sagrada Familia?

Die Basilika wird jährlich von etwa 3 Millionen Besucher*innen besichtigt. Gleichmäßig auf 365 Tage pro Jahr umgerechnet würde das bedeuten, dass jeden Tag gut 8.219 Menschen zu ihr kommen, um sie genauer anzuschauen. Kein Wunder also, dass sich das Buchen eines Online-Tickets für die Besichtigung in puncto Zeitaufwand definitiv lohnt …

Was ist besonders an der Sagrada Familia?

Wollte man alle Besonderheiten dieses Barceloneser Wahrzeichens aufzählen, könnte man sich garantiert mehrere Tage lang den Mund fusselig reden. Daher an dieser Stelle nur vier ziemlich interessante Fakten, die ansonsten oft gerne ein bisschen untergehen.

  • Erst die Schule, dann die Kirche. Es mag im ersten Moment überraschend klingen, hatte aber Hand und Fuß: Bevor es in puncto Kirchenbau ans richtig Eingemachte ging, ließ Gaudi im Jahr 1909 eine Schule für die Kinder aller Bauleute errichten, welche sowohl am Tag als auch in der Nacht mit der Realisierung der Kirche beschäftigt waren. So viel zum Thema Kinderbetreuungsangebote gleich Luxusdenken …
  • Die Sagrada Familia enthält im Gegenzug zu vielen anderen Kirchen Fahrstühle in ihren Türmen. Zugegeben, die hatte Antoni Gaudi bei seinen Entwürfen sicherlich nicht auf dem Schirm. Dafür wäre bestimmt beeindruckt davon, wie es die späteren Architekten geschafft haben, diese in die doch sehr schmalen Bauelemente zu integrieren
  • Apropos Antoni Gaudi: Dass Päpste, Bischöfe und Könige in Kirchen beerdigt werden, das kommt schon einmal vor. Aber ihre Architekten? Antoni Gaudi ist die Ehre nach seinem Tod in seinem größten Projekt seine letzte Ruhe zu finden, zuteil geworden. So liegt er nun in der Krypta (genau genommen in der El-Carmen-Kapelle) begraben. Auch kann sein Grab problemlos von allen Besucher*innen besichtigt werden.
  • Womit wir bei der Krypta und einer mit ihr verbundenen Besonderheit angekommen wären. Das Erste, was Du häufig in Bezug auf die Besichtigung der Kirche hörst, ist doch bestimmt: Ohne Ticket kannst Du’s gleich aufgeben. Das stimmt, aber nur zum Teil. Denn der Eintritt in die Krypta und die Teilnahme an Gottesdiensten (meist in Spanisch oder auf Katalanisch, zu speziellen Anlässen aber auch in anderen Sprachen wie Deutsch) sind kostenlos! Um hier hineinzukommen, musst Du allerdings an der Schlange der ganzen anderen Wartenden vorbei.

Wie erreicht man die Sagrada Familia?

Die Sagrada Família liegt mitten in der Stadt und verfügt über eine eigene U-Bahn-Haltestelle in unmittelbarer Nachbarschaft. Diese wird in schneller Taktung von den Linien 2 und 5 angefahren. Weniger ratsam ist es jedoch, die Sagrada Família mit dem Auto anzusteuern. Zwar gibt es in der Nähe einige öffentliche Parkhäuser, die Gebühren dort sind aber relativ happig. Mit der Hola BCN Card* kannst Du die Öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos und so oft Du willst nutzen.

  • Metro: L2, L5 – Haltestelle: Sagrada Familia
  • Bus: 19, 33, 34, D50, H10, N0, N1, N7 – Haltestelle: Sagrada Familia
  • Hop on Hop off Bus*: Haltestelle: Sagrada Familia

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Karte

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Karte Sagrada Familia
© OpenStreetMap Mitwirkende


Fazit zum Besuch der Sagrada Familia

Die Sagrada Familia ist DAS Wahrzeichen Barcelonas schlechthin – obwohl sie mit ihrer knapp 150-jährigen Geschichte für eine Kirche ein echtes Küken ist. Von daher ist ein Besuch, wenigstens das Einmal-davor-gestanden-Haben eindeutig Pflicht bei einem Städtetrip in die katalanische Metropole. Um es Dir dabei möglichst unkompliziert und komfortabel zu machen, lohnt es sich, an folgende Tipps zu denken:

  • Vermeide Besuche zu den absoluten Stoßzeiten wie den Gottesdiensten und den Wochenenden. Vergleichsweise leer ist es am früheren Morgen und späten Nachmittag. Aber auch selbst dann sind Tage außerhalb der Hauptreisezeit am geeignetsten.
  • Achte auf geeignete Kleidung und verhalte Dich möglichst respektvoll. Womit zum Thema Kirche und sensibler Umgang mit religiösen Gefühlen auch schon alles gesagt sein dürfte.
  • Und, last but not least: Wenn Du die nicht-kostenlosen Bereiche der Sagrada Familia besichtigen willst – denke unbedingt daran, rechtzeitig ein Online-Ticket zu lösen! Das erspart Dir nicht nur ein sehr langes, teilweise auch stundenlanges Anstehen in der Schlange. Es kann auch oft mit tollen Vergünstigungen verbunden sein. Außerdem ist es passgenau für Deine individuellen Bedürfnisse (Solo-Besichtigung, Besichtigung mit Audioguide, geführte Tour, etc.) erhältlich.

Von daher gilt in Bezug auf die Sagrada Familia genau das Gleiche wie bei so vielen anderen Dingen im Leben … Es kommt nicht nur auf das Was, sondern vor allem auf das Wie an. Doch wenn Du es clever anstellst, wird Dein Besuch dieser Sehenswürdigkeit garantiert zum einmaligen und unvergesslichen Erlebnis in Barcelona! Hier bekommst Du günstige online Tickets für die Sagrada Familia*.


Hast Du die Sagrada Familia Innen schon Besucht? Schreib unten in die Kommentare!


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