Casa Vicens in Barcelona: Lohnt sich ein Besuch?

Endlich ist das Erstwerk von Gaudí auch von innen zu sehen

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Casa Vicens in Barcelona
#20154618 | © Tupungato - Fotolia.com

Die Casa Milá und die Casa Battló, der Park Guëll, die Sagrada Família … die Liste der von Antoni Gaudí entworfenen und geplanten Gebäude lässt sich noch sehr, sehr weit fortsetzen. Und natürlich werden sie alle gut besucht, immerhin ist der Architekt einer der bekanntesten Söhne der Stadt. Welche Sehenswürdigkeit von ihm aber sehr lange für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war und nun zu den Insider-Tipps gehört, ist die Casa Vicens in Barcelona. Warum sie so sehenswert ist? Hier gibt’s die wichtigsten Basis-Fakten rund um das aufwendig gestaltete Gebäude im Luxusviertel Gràcia, das bis 1879 noch eine eigenständige Stadt war.


Geschichte der Casa Vicens in Barcelona

Ein elegantes Sommerhaus in Gràcia – das war etwas, womit sich die High Society Barcelonas Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts gerne schmückte. Logische Konsequenz: Auch Manuel Vicens i Montaner, seines Zeichens Besitzer einer Keramikfabrik, wollte so eines haben. Und wen beauftrage er 1878 als Architekten? Richtig – Antoni Gaudí! Dieser hatte zu diesem Zeitpunkt bei Weitem noch nicht den Ruf, den er sich im Zuge seiner späteren Projekte erwarb. Aber auch er wuchs an seinen Aufgaben und lieferte mit der Gestaltung der Casa Vicens in Barcelona bereits mit seiner ersten großen Auftragsarbeit ein echtes Meisterstück ab.

Obwohl das Gebäude in vielen Gesichtspunkten noch nicht so ins gestalterisch-kurvige Detail wie seine späteren Werke ging, gibt es bereits einen ersten Vorgeschmack auf das, was bei Gaudí noch kommen würde. Dekorationselemente mit natürlichem Charme und Keramik als Gestaltungsmaterial. Was naheliegend war, denn immerhin war sein Auftraggeber Besitzer einer Keramikfabrik …

In puncto Stilistik mischen sich hier spanisch-maurische Elemente mit geraden Linien. Das Ergebnis: Eine Arbeit, die so manch ein Architekt gerne selbst gemacht hätte und die Joan Baptista Serra de Martínez auch tatsächlich aufgriff. Denn als Gaudì 1925 wegen einer Gebäudeerweiterung angefragt wurde, hatte er mit der Sagrada Família schon alle Hände voll zu tun. Serra de Martínez hatte aber gleichermaßen Zeit und Interesse daran – und bekam 1928 sogar einen Preis für sein Tun.

Dass der künstlerische Anspruch der Casa Vicens in Barcelona nicht übersehbar ist, war auch der Kommission des UNESCO-Weltkulturerbes klar. 2005 wurde das Haus in die Riege der bedeutendsten Kulturhighlights aufgenommen. Nichtsdestotrotz ist es erst seit 2017 als öffentliches Museum zu besichtigen, da es bis 2014 noch privat bewohnt und danach für seinen neuen Zweck hergerichtet wurde. Und damit gehört es zu den jüngsten öffentlichen Sehenswürdigkeiten Barcelonas!

CASA VICENS: 1a CASA de GAUDÍ em BARCELONA

Das Video wird von Youtube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.


Was gibt es zu sehen?

Die zwischen 1883 und 1885 errichtete Casa Vicens beeindruckt durch großzügige Räumlichkeiten, die sich auf

  • einen Keller,
  • zwei Wohnstockwerke und
  • ein Dachgeschoss für alle hauswirtschaftlichen Aspekte

aufteilen.

Bemerkenswert dabei ist, dass das Gebäude 1925 von Serra di Martínez nach Rücksprache mit Gaudí um fast die bestehende Fläche vergrößert wurde. Dabei fiel zwar ein Großteil der bestehenden Gartenfläche den Plänen zum Opfer und auch der Eingang musste aufgrund einer Straßenerweiterung umgestaltet werden. Doch dafür passte sich die Erweiterung dem bestehenden Baustil hervorragend an. Bedauerlicherweise wurde 1946 beim Verkauf eines Geländeteils ein weiterer Teil des Gartens abgegeben und der dortige Gaudí-Brunnen aus unverputzten Ziegeln abgerissen.

Aber die Casa Vicens in Barcelona wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht dennoch ein wahres Schmuckstück geblieben wäre. Der Clou: Das Gebäude ist an den Mudéjar-Stil aus der Zeit der Reconquista angelehnt und verbindet arabische mit spanischen Architektur-Elementen. Besonders deutlich wird das an den diversen Türmchen, den floralen Deckenmustern und Gewölben, die nahezu tropfsteinhöhlen-artig anmuten. Ergänzt werden sie durch gelbe und grüne Studentenblumen auf Keramikfliesen und diverse Verzierungen (vor allem Vögel), die sich an den Türpfosten und Decken tummeln.

Deine Augen bekommen also jede Menge geboten. Und obwohl es eigentlich schade ist, dass von der ursprünglichen Einrichtung nichts mehr übrig ist, kannst du fast ein wenig froh darüber sein. Ansonsten wäre die Casa Vicens in Barcelona nämlich wirklich ein Besichtigungsgroßprojekt. Apropos besichtigen. Wenn du das große Gittertor mit Palmblatt-Motiv suchst, das das Haus bis 1946 zierte: Das ist inzwischen zum Eingang des Park Guëll umgezogen. Also schon mal für eine Tour dorthin im Hinterkopf haben. Solange du aber noch in der Casa Vicens in Barcelona bist, solltest du dir die vielen tollen Details keinesfalls entgehen lassen. Dabei hast du die Wahl:

Alleine oder in einer Gruppe?

  • Entweder, du entdeckst das Gebäude dank einer cleveren Strecken- und Informationsführung alleine oder
  • du nimmst an einer der Führungen (morgens oder nachmittags) teil, die das Haus Vicens auch in Verbindung zu Gaudís späteren Werken setzen.

Zudem laden auch eine dauerhafte und verschiedene wechselnde Ausstellungen sowie diverse Mitmach-Aktionen zur genaueren Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur in diesem Gebäude ein.

Gaudi erstes Gebäude Barcelona
#187627244 | © Jordi – Fotolia.com

Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?

Wie viele andere Gaudí-Gebäude auch ist die Casa Vicens in Barcelona für eine allzu kurze Stippvisite eindeutig zu schade. Das liegt nicht nur am Gebäude und seinem Charme an sich, sondern auch an der häufig langen Schlange an der Kasse. Aus diesem Grund ist es am besten, den Besuch wirklich auszukosten und (auch davon abhängig, ob du an einer Führung teilnimmst oder nicht), zumindest eineinhalb bis zwei Stunden im Terminkalender für die Besichtigung zu reservieren.


Wann ist die beste Zeit, um die Casa Vicens in Barcelona zu besuchen?

Prinzipiell kann sie sich zu keinem Zeitpunkt über einen Besuchermangel beschweren. Falls du es aber ein bisschen entspannter mag, kommst du idealerweise am (frühen) Nachmittag zwischen 14:00 und 15:00 Uhr vorbei.


Welche Öffnungszeiten hat die Casa Vicens in Barcelona?

Die Casa Vicens in Barcelona ist von Mitte Oktober bis zum 31. März Montags von 10:00 bis 15:00 Uhr und Dienstags bis Sonntags von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Vom 1. April bis zum 30. September gelten tägliche Zeiten zwischen 10:00 und 20:00 Uhr.

Wichtig: Denke bei deinem Besuch daran, dass der Ticketschalter eine Stunde vor der Museumsschließung zumacht und dass du das Museum circa eine Viertelstunde der Schließung allmählich verlassen musst. Der letzte Einlass für einen Rundgang ist jeweils knapp eineinhalb Stunden vor dem Ende der Öffnungszeiten. Ansonsten ist die Casa Vicens in Barcelona fast täglich zu besichtigen; Ausnahmen bilden lediglich der 1. und 6. Januar sowie der 25. Dezember.

Mini tour of Casa Vicens Gaudì in Barcelona

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Welche Tickets gibt es?

Die Ticketauswahl für die Casa Vicens in Barcelona ist grundsätzlich recht übersichtlich. Allerdings gibt es auch für sie wieder einige Tricks, dank denen sich die Eintrittspreise geschickt minimieren lassen.


Lohnt sich ein Besuch?

Die Casa Vicens in Barcelona ist sicherlich (noch) ein echter Geheimtipp und Pflicht für jeden Gaudí-Fan. Allerdings ist sie aufgrund ihrer recht jungen Geschichte als Sehenswürdigkeit noch nicht so in den offensichtlichen Must-Have-Orten angekommen.

Von daher: Auf jeden Fall mitnehmen, wenn du viel Zeit hast. Ansonsten überleg‘ dir (auch aufgrund der Wartezeiten), ob du den architektonischen Beginn Gaudís oder lieber seine detaillierter ausgeklügelten Anlagen besichtigen möchtest.


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Wo liegt die Casa Vicens in Barcelona?

Die Casa Vincens befindet sich in Gràcia und damit inzwischen mitten in Barcelona. Dementsprechend gut ist sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Mit der Hola BCN Card* kannst Du die Öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos und so oft Du willst nutzen.

Metro:

  • L3 (grün): Haltestellen Fontana und Lesseps

FGC:

  • L6 und L7; S1, S2, S5 und S55): Gràcia
  • L7: Pl. Molina
  • L6, S5 und S55: Sant Gervasi

Buslinien:

  • 22, 27, 32, 87, 114, N4 und V17
  • Bus Turístic: blaue Linie
  • Barcelona City Tour: Ost Route

Alternativ kannst du – sofern du eines hast – auch mit dem Auto kommen und ganz in der Nähe der Casa Vincens hier parken:

  • BSM Torrent de l’Olla
  • SABA BAMSA Gal.la Placídia
  • SABA BAMSA Plaça del Sol
  • Travessera Parquing Pompeia


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