Kathedrale von Barcelona: Lohnt sich ein Besuch?

Die der heiligen Eulàlia geweihte Kirche bietet einen sehenswerten Blick über das Barri Gòtic

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Kathedrale von Barcelona
Die Kathedrale von Barcelona, auch unter dem Namen „La Seu“ bekannt, ist neben der Sagrada Família die wichtigste Kirche der Mittelmeermetropole. Gleichzeitig ist sie eines der ältesten und größten Gotteshäuser der Stadt und weit über ihre Grenzen hinaus ein Begriff. Und nicht nur das, sie hat in ihrer knapp 1.000-jährigen Geschichte auch schon einiges gesehen und erlebt …

Geschichte der Kathedrale von Barcelona

Der Bauplatz, der Standort eines antiken römischen Tempels. Aber dieser war im Gegensatz zu Rom selbst keinesfalls für die Ewigkeit gemacht. Der Grund dafür? Die frühe Christianisierung Barcelonas. Immerhin starb die heilige Eulàlia, der die Kirche geweiht ist, bereits während der Amtszeit und Christenverfolgung unter Diokletian. Und der regierte bekanntermaßen zwischen 284 und 305 n. Chr..

Die erste Kirche an dieser Stelle war also ein dreischiffiges Gebäude aus dem vierten Jahrhundert. Eindeutige und wissenschaftlich klar gesicherte Dokumente aus der Zeit fehlen zwar. Dennoch ist es gut möglich, dass es sich schon zu dieser Zeit um einen Bischofssitz und damit um eine Kathedrale handelte. Gleichzeitig diente La Seu, die zu diesem Zeitpunkt den Namen aber noch nicht trug, als Ort, an dem die Eulàlia-Reliquien bis zum Zeitpunkt der maurischen Eroberung Iberiens (711) behütet wurden.

Zu diesem Zeitpunkt mussten die Gebeine der Heiligen in einer anderen Kirche versteckt werden, bevor sie 877 – also mehr als 150 Jahre später – wiedergefunden wurden.

Glück im Unglück

Genauso viel Glück wie die Reliquien hatte gewissermaßen auch die Kathedrale von Barcelona, als die Stadt 985 von Almansor, dem maurischen Herrscher, zerstört wurde. So konnte sie bis 1046 überdauern, als Ramon Berenguer eine romanische Kathedrale bauen ließ. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde sie 1058 fertiggestellt und hatte genau 250 Jahre in ihrer „aktuellen“ Form von sich. Denn ab 1298 wurde für 150 Jahre in drei Schritten eine gotische Kathedrale konstruiert.

  • Zunächst entstanden Apsis und radiale Kapellen, Querschiffe und Presbyterium inklusive Altar und Krypta,
  • anschließend kamen die drei Schiffe, die Seitenkapellen und die Erweiterung zum Chor an die Reihe,
  • bevor eine einfache Wand die Basilika 1417 abschloss und Kloster und Kreuzgang die Bauarbeiten 1448 aufs Erste zu einem Ende kommen ließen.

Irgendwann muss es doch einmal gut sein.

Könnte man jedenfalls denken. Aber falls du gotische Kathedralen wie den Kölner Dom kennst, weißt du: Da ist noch lange nicht Schluss. Gleiches trifft auch auf die Kathedrale von Barcelona zu. Der industrielle Manuel Girona Agrafel und einige andere einflussreiche Personen fanden die doch sehr zurückhaltend gestaltete Fassade wohl zu dezent. Und so wurden die zwei Seitentürme und die Fassade ab dem ausklingenden 19. Jahrhundert nach Ideen aus dem 15. Jahrhundert umgestaltet. Ab 1913 konnte dann das Ergebnis auch offiziell bestaunt werden.

Das Video wird von Youtube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.


Was gibt es zu sehen?

„La Catedral Santa Eulàlia“ beeindruckt schon alleine durch ihre Maße:

  • 93 Meter Länge,
  • 40 Meter Breite und
  • ein zentraler Kirchturm mit 70 Metern Höhe

können sich absolut sehen lassen.

Hinzu kommen unter anderem eine Apsis, drei Schiffe mit je fünf Abschnitten, 28 Seitenkapellen, die Reliquien der Heiligen, ein mit Holzschnitzereien verzierter Altar und eine große Fenstergalerie. Doch das ist selbstverständlich bei Weitem noch nicht alles. Auch der Kreuzgang ist wunderschön und sehr aufwendig gestaltet. Brunnen, Gärten, Mini-Kapellen und Gänse laden zum Verweilen und Die-Seele-baumeln-Lassen ein.

Falls du dich jetzt wunderst, was es mit den Gänsen auf sich hat – das Ganze erklärt sich auf zwei verschiedene Arten. Einerseits standen die 13 wohl für Eulàlias Sterbealter bei ihrem Martyrium. Andererseits sind Gänse auch in der Lage, richtig auf die Krachtube zu drücken. Der perfekte Schutz vor Einbrechern …. Wo die Gänse sind, ist folglich auch die Klosteranlage an sich nicht weit. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert und verbindet sich über den Kreuzgang mit dem kleinen Museum sowie dem „Sala Capitular“ und seinen beeindruckenden Deckenmalereien.

So betrachtet, ist es schon spannend, was es im Inneren der Kathedrale von Barcelona und den zu ihr gehörenden Gebäuden alles zu entdecken gibt. Gleichzeitig wird dir auch vor der Kirche ein aufregendes Schauspiel geboten: Der „Sardanes“. Hierbei handelt es sich um einen traditionellen Tanz aus Katalonien, der von elf Musikern mit zwölf Instrumenten gespielt wird, während sich die Tänzer(innen) an den Händen fassen und im Kreis zur Musik bewegen. Falls du Lust hast, dir den Tanz anzusehen und selbst einige Schritte mitzumachen, bist du hier also genau richtig.

Fütterung der "heiligen Gänse" in der Kathedrale von Barcelona – Geese Kathedral – AIDAperla 2018

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Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?

Wie viel Zeit du in der Kathedrale La Seu verbringst, hängt sehr davon ab, was du hier vorhast. Ein Gottesdienstbesuch und / oder eine Führung nehmen natürlich deutlich mehr Zeit in Anspruch, als wenn du nur einmal in Ruhe durch die Hallen bummelst. Und wenn du lediglich die Aussicht vom begehbaren Dachfirst aus genießen willst, geht es wahrscheinlich sogar noch einmal deutlich schneller.

Insgesamt würde ich dir aber empfehlen, eine halbe Stunde bis Stunde für den Besuch der Kirche einzuplanen. Auf diese Weise hat auch die imposante gotische Architektur genug Gelegenheit, ihre Wirkung auf dich zu entfalten.


Wann ist die beste Zeit, um die Kathedrale von Barcelona zu besichtigen?

La Seu bietet sich im Prinzip zu fast jeder Zeit für einen Besuch an. Schließlich ist die Kirche ein Touristenmagnet und innerhalb ihrer Öffnungszeiten eigentlich immer gut besucht. Wenn du allerdings nicht gerade an einem Gottesdienst teilnehmen möchtest, solltest du diese Momente natürlich in deiner Planung ausklammern. Darüber hinaus ist es auch an Feiertagen und an Tagen, an denen die „Sardanes“ getanzt werden, erfahrungsgemäß voller.


Welche Öffnungszeiten hat die Kathedrale von Barcelona?

Ein bisschen kompliziert muten die Öffnungszeiten der Kathedrale La Seu schon an, wenn du auf den Zeitplan schaust. Allerdings verbirgt sich dahinter ein ausgeklügeltes Konzept. Denn was wäre beim Beten und Meditieren in einer Kirche störender, als Tourist(inn)en, die – wenn auch unabsichtlich – die Ruhe stören? Aus diesem Grund gibt es je nach Bedarf leicht abweichende Öffnungszeiten, die wie folgt aussehen.

Wochentage:

  • Gebets- und Gottesdienststunden: 8:30 bis 12:30 Uhr und 17:45 bis 19:30 Uhr
  • Besichtigungszeit für Touristen und Führungen: 12:30 bis 19:45 Uhr (Zugang bis 19:15 Uhr)

Samstags und am Vorabend vor Feiertagen:

  • Gebets- und Gottesdienststunden: 8:30 bis 12:30 Uhr und 17:15 bis 20:00 Uhr
  • Besichtigungszeit für Touristen und Führungen: 12:30 bis 17:30 Uhr (Zugang bis 16:45 Uhr)

Sonntags und an Feiertagen:

  • Gebets- und Gottesdienststunden: 8:30 bis 13:45 Uhr und 17:15 bis 20:00 Uhr
  • Besichtigungszeit für Touristen und Führungen: 14:00 bis 17:30 Uhr (Zugang bis 16:45 Uhr)

Welche Tickets gibt es?

Der Besuch der Kathedrale von Barcelona ist zu den meisten Zeiten und im Hauptbereich der Kirche kostenlos.

Kostenpflichtige Tickets gibt es in folgenden Formen:

  • 3,00 €: Besuch des Altarraums (Chor) und die Besichtigung des Daches
  • 5,00 €: Teilnahme an einer geführten Besichtigung als Teil einer Gruppe
  • 7,00 €: Teilnahme der oben genannten Besichtigung als Einzelperson.

Die Führungen finden

  • von montags bis freitags zwischen 12:30 und 19:45 Uhr und
  • samstags, sonntags, an Abenden vor Feiertagen und an Feiertagen selbst(Ausnahme 25.12.) von 14:00 bis 17:30 Uhr

statt.

La Seu Barcelona

Lohnt sich der Besuch?

Ja, auf jeden Fall. Insbesondere für Fans gotischer Architektur ist der Besuch ein wahres Must-Have. Ob du in anderen Fällen aber Geld für die Führung ausgeben willst? Oder La Seu nicht doch lieber nur für einen kleineren Moment auf eigene Faust erkunden möchtest? Das liegt selbstredend ganz bei dir persönlich.

Unsere Bewertung:

Wo liegt die Kathedrale von Barcelona?

Aufgrund ihrer wirklich zentralen Lage am quasi gleichnamigen Platz erreichst du die Kathedrale La Seu schnell mit Metro oder Bus. Mit der Hola BCN Card* kannst Du die Öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos und so oft Du willst nutzen. Die nächstgelegene Metrostation ist definitiv Jaume I, die du mit der L4 erreichst.

  • Metro: L4 – Haltestelle: Jaume I
  • Zug: EUROMED, R. EXPRES, R2S, TALGO – Haltestelle: Estación de Francia
  • Bus: BCTE – Haltestelle: Catedral – Gotic
  • Hop on Hop off Bus*: Haltestelle: Barri Gotic


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