Stell dir vor, du stehst mitten im pulsierenden Herzen von Barcelona, schnallst deinen Rucksack auf und beginnst ein Abenteuer, das dich fernab der üblichen Touristenpfade tief in die spanische Natur führt. Der Start des Jakobswegs direkt vor der Haustür in Barcelona – bekannt als der Camí de Sant Jaume – ist die perfekte Alternative, wenn du dem überlaufenen klassischen Camino Francés entfliehen möchtest.
Viele Pilger stehen jedoch vor einem großen Problem: Wie lässt man den Großstadtdschungel clever hinter sich, ohne die ersten Tage frustriert an lauten, abgasgefüllten Straßen entlangwandern zu müssen? Keine Sorge, ich zeige dir die absolut beste und grünste Route aus der Stadt heraus zu deinem ersten großen Meilenstein, dem atemberaubenden Kloster Montserrat.
Das Wichtigste in Kürze:
- Startpunkt: Offiziell an der Església de Sant Jaume im Herzen des Barri Gòtic (dem gotischen Viertel). Für Naturliebhaber empfehle ich den Start direkt ab dem Parc del Laberint d’Horta (super erreichbar mit der Metrolinie L3, nutze dafür einfach deine T-Casual, das praktische 10-Fahrten-Ticket für die Metro).
- Dauer bis Montserrat: Plane etwa 3 Tage für die ersten 64 Kilometer ein.
- Kosten & Orga: Den offiziellen Pilgerpass (Credencial) bekommst du in Barcelona unschlagbar günstig für rund 2 Euro.
- Der beste Tipp: Vermeide unbedingt die südliche Route über Molins de Rei (zu viel Industrie) und wähle stattdessen den Weg über Sant Cugat und Esparreguera für das schönste Naturerlebnis mitten durch den Collserola-Park.
Der Startschuss: Hol dir deinen Pilgerpass im Barri Gòtic
Bevor du losmarschierst, brauchst du deine Credencial, den offiziellen Pilgerpass. Diesen bekommst du glücklicherweise direkt in Barcelona, ohne lange suchen zu müssen. Deine erste Anlaufstelle ist die Església de Sant Jaume im gotischen Viertel. Dort, oder bei der lokalen Associació d’Amics dels Pelegrins a Santiago (der Vereinigung der Jakobsweg-Freunde), kannst du dir das wichtige Dokument abholen.
Hol dir unbedingt deinen ersten Stempel direkt am ersten Tag! Diesen brauchst du zwingend als Nachweis, um später auf deiner Route überhaupt in den günstigen, traditionellen Pilgerherbergen übernachten zu dürfen.
Die 3 Wege aus der Stadt: Welche Route ist die cleverste?
Wenn du Barcelona verlässt, hast du grundsätzlich drei Möglichkeiten. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, wenn es um ein schönes Wandererlebnis geht:
- Route 1 (Der Geheimtipp): Über Sant Cugat und Esparreguera. Das ist meine absolute Top-Empfehlung für dich. Du tauchst super schnell in den Parc Natural de Collserola ein – die grüne Lunge Barcelonas – und hast mit Abstand die landschaftlich schönste Wahl getroffen.
- Route 2 (Die Sportliche): Über Terrassa. Wenn du fitte Beine hast, ist das eine Option. Du machst hier deutlich mehr Höhenmeter und hast eine längere zweite Etappe, wirst aber mit tollen Ausblicken belohnt.
- Route 3 (Die Flache): Über Molins de Rei. Meide diese industriell geprägte Route besser komplett. Es ist zwar flach, aber du läufst ewig an Fabriken und Hauptstraßen entlang – alles andere als romantisches Pilger-Feeling.
Die ersten Etappen: Von Barcelona zum magischen Montserrat
Wenn du meiner Empfehlung (Route 1) folgst, sehen deine ersten Tage so aus:
Auf der ersten Etappe machst du den Aufstieg ins Grüne durch den Collserola-Park und wanderst rüber nach Sant Cugat. Hier kombinierst du clever etwas Sightseeing (das Kloster in Sant Cugat ist wunderschön) mit unberührter Natur. Wenn du dir das ewige Laufen durch die Vororte sparen willst, spring in die Metro L3 und starte deine Wanderung entspannt am Rande des Parc del Laberint d’Horta.
Die zweite Etappe führt dich tiefer in das authentische katalanische Hinterland bis nach Esparreguera. Hier wird es ruhiger, die Landschaft öffnet sich und du spürst so richtig, wie der Stress der Stadt von dir abfällt.
Deine dritte Etappe ist dann ein echtes Highlight: Der finale und geradezu mystische Aufstieg zum Monestir de Montserrat. Das Kloster klebt förmlich in den bizarren Felsformationen des Gebirges – ein Moment, den du nach den ersten Wanderstunden definitiv nicht vergessen wirst.
Ticket Empfehlung
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Wie es nach Montserrat weitergeht (Der Weg zum Camino Francés)
Nachdem du die Aussicht auf dem Montserrat genossen hast, geht die Reise natürlich weiter. Die nächsten logischen Ziele auf dem Weg in Richtung des klassischen Camino Francés führen dich über Igualada und La Panadella nach Tàrrega.
In Tàrrega stehst du dann am Scheideweg und musst eine Entscheidung treffen:
- Die Nordroute (Richtung Huesca) ist landschaftlich rauer und anspruchsvoller.
- Die Südroute (Richtung Lleida und Zaragoza) ist etwas flacher und oft die cleverere Wahl, wenn du deinen Zeitplan straff halten musst oder deine Knie etwas schonen möchtest.
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Camino de Barcelona: Fazit
Ein Start deines Jakobswegs in Barcelona auf dem Camí de Sant Jaume ist eine fantastische Idee, wenn du das wahre, unverfälschte Spanien abseits der Massen erleben willst. Die mit Abstand cleverste Strategie ist es, sich für rund 2 Euro den Pilgerpass im Barri Gòtic zu besorgen und die Stadt über die grüne Route nach Sant Cugat zu verlassen. So tauschst du grauen Asphalt am schnellsten gegen pure Natur ein und kommst entspannt an deinem ersten großen Highlight, dem Montserrat-Gebirge, an.
Planst du schon deinen Start auf dem Camí de Sant Jaume in Barcelona oder bist du die Strecke bis Montserrat vielleicht schon gewandert? Teil deine offenen Fragen oder Erfahrungen gleich hier unten in den Kommentaren!
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